Zeich⸗Predigt. 17 teit/ ſo in einem erbahren Leben/ oder eine geſetzliche/ die in gäns⸗ licher Erfullung der zehen Gebott beſtehet/ jene iſt unguͤltig/ die⸗ ſe unmuglich. Derhalben muß die Gerechtigkeit durch den Slauben kommen/ ohne zuthun des Geſetzes Dieſe allein gilt vor Gott/ und iſt offenbatet uñ beʒeuget durch das Geſetz und die Propheten. Kan man daher keinen gerecht nen⸗ nen/ als der die Glaubens⸗Gerechtigkeit hat/ oder wie Paulus redet/ die von G OTT dem Glauben zugerechnet wird. Und wo der Glaube iſt/ da iſt er nicht můſſig/ oder tod/ ſondern thaͤtig/ lebendig/ ſchaͤfftig/ mmer im Thun begriffen/ und zeigt ſich in einem heiligen/
Gottſeligen Leben.
ſobald nennet heilige Leuthe/ wann er ſagt:
werden auffgerafft ·
die Irommen beehret werden/ kurß und gut alſo: Sie werden 1. Ge⸗ echte genennet/ wegen der Gerechtigkeit CHRJSTI/ welche ihnen hurch den Glauben zugerechnet wird. 2. viri pletatis& miſericordiæ, propter ſtudium bonorum operumquibus fidem ſuamut fructibusjuſti- tiæ declarant. Das iſt/ gottſelige und guthersige Leute/ wegen der guten Wercke/ derenſie ſich befleiſſen/ wodurch ſie als durch Fruͤchte ihren Glauben erweiſen. Er ſetzet dieſe nachtruͤckliche Worte hinzu: & tales oportet eſſe vere Chriſtianos, ſi velint& ipſi in pace bonæ conſci- entiæ cum Deo& tempore obdormiſcere. Und ſolche muͤſſen alle Chꝛi⸗ ſten ſeyn/ wo ſie anders im Frieden eines guten Gewiſſens mit GOtt und der Zeit entſchlaffen wollen. Und ſo lautets eigentlich nach dem
Grund⸗Teyt:
be/ und nach dem ermoͤgen/ das Gott darreichet/ wie ſolches aus vielen Stellen derHSchrifft erhellet/ die kurtze halber alhier nicht anzu⸗ fuͤhren. Mit einem Wort ſprechen es die Griechen/ Lateiner und und Teutſche aus/?uvcGelc pietas⸗ Gottſeligkeit oder Froͤmmigkett.
Die nun pro
Weßwegen der Prophet Jeſaias die Gerechte al⸗ piorum Und heilige Leut
Ein berühmter Lehrer unſer Kirchẽ erklaͤret die ⁊. Titul/ mit welchen 1
2.
Mr Wd anſche chrſed⸗Maͤnner oder Leute die der v. Gez. pietãt oder Gottſeligkeit ſich beſteiſigen. Dann S chaſed heiſſt/ Com̃ in wann es von den Menſchen gebraucht wird/ einen Fleiß und Eyfer/ Prov. 19. Gottzu dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit die ihm gefaͤllig iſt/ und 2.
dem Nechſten alle Liebe/ affection und Dienſte zu erweiſen/ mit der Ga⸗ Cocc. Lex.
feſſion von der Gottſeligkeit machen/ wie alle Chriſten ma⸗x. Tim. 4.
men ſollen, nach Pault Vermahnung⸗ Ube dich ſelbſt an der Ebr. n
Gottſeligkeit/ und: jaget nach Heiligung/ ꝛc. die ſind
al-


