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Die Bedenckliche Todes-Fälle der Gerechten und Frommen, Auß Jes. LVII, 1. 2 . Aber der Gerechte kommt umb, und niemand ist der es zu Hertzen nehme, [et]c. : Bey sehr Volckreicher und ansehnlicher Leich-Begängnuß Deß Wol-Edlen, Großachtbar und Hochgelährten Herrn M. Joh. Vincentz Runckels, Deß Hoch-Fürstl. Paedagogii zu Giessen Wolverdienten Praeceptoris Classici, Als derselbe den 10. Febr. deß jetztlauffenden 1691.sten Jahrs in seinem Erlöser Jesu Christo sanfft und seelig entschlaffen, und folgenden Sonntags den 15. eiusd. in sein Ruhekäm[m]erlein gebracht worden / Einfältig vorgestellet, und auff Begehren zum Druck überlassen, Von Joh. Heinrich Mayen, der Heil Schrifft Doctore, deroselben, wie auch der Orientalischen Sprachen Professore Ord. und Predigern in Giessen ...
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Zeich⸗Predigt. 17 teit/ ſo in einem erbahren Leben/ oder eine geſetzliche/ die in gäns⸗ licher Erfullung der zehen Gebott beſtehet/ jene iſt unguͤltig/ die⸗ ſe unmuglich. Derhalben muß die Gerechtigkeit durch den Slauben kommen/ ohne zuthun des Geſetzes Dieſe allein gilt vor Gott/ und iſt offenbatet beʒeuget durch das Geſetz und die Propheten. Kan man daher keinen gerecht nen⸗ nen/ als der die Glaubens⸗Gerechtigkeit hat/ oder wie Paulus redet/ die von G OTT dem Glauben zugerechnet wird. Und wo der Glaube iſt/ da iſt er nicht můſſig/ oder tod/ ſondern thaͤtig/ lebendig/ ſchaͤfftig/ mmer im Thun begriffen/ und zeigt ſich in einem heiligen/

Gottſeligen Leben.

ſobald nennet heilige Leuthe/ wann er ſagt:

werden auffgerafft ·

die Irommen beehret werden/ kurß und gut alſo: Sie werden 1. Ge⸗ echte genennet/ wegen der Gerechtigkeit CHRJSTI/ welche ihnen hurch den Glauben zugerechnet wird. 2. viri pletatis& miſericordiæ, propter ſtudium bonorum operumquibus fidem ſuamut fructibusjuſti- tiæ declarant. Das iſt/ gottſelige und guthersige Leute/ wegen der guten Wercke/ derenſie ſich befleiſſen/ wodurch ſie als durch Fruͤchte ihren Glauben erweiſen. Er ſetzet dieſe nachtruͤckliche Worte hinzu: & tales oportet eſſe vere Chriſtianos, ſi velint& ipſi in pace bonæ conſci- entiæ cum Deo& tempore obdormiſcere. Und ſolche muͤſſen alle Chꝛi⸗ ſten ſeyn/ wo ſie anders im Frieden eines guten Gewiſſens mit GOtt und der Zeit entſchlaffen wollen. Und ſo lautets eigentlich nach dem

Grund⸗Teyt:

be/ und nach dem ermoͤgen/ das Gott darreichet/ wie ſolches aus vielen Stellen derHSchrifft erhellet/ die kurtze halber alhier nicht anzu⸗ fuͤhren. Mit einem Wort ſprechen es die Griechen/ Lateiner und und Teutſche aus/?uvcGelc pietas⸗ Gottſeligkeit oder Froͤmmigkett.

Die nun pro

Weßwegen der Prophet Jeſaias die Gerechte al⸗ piorum Und heilige Leut

Ein berühmter Lehrer unſer Kirchẽ erklaͤret die. Titul/ mit welchen 1

2.

Mr Wd anſche chrſed⸗Maͤnner oder Leute die der v. Gez. pietãt oder Gottſeligkeit ſich beſteiſigen. Dann S chaſed heiſſt/ Com̃ in wann es von den Menſchen gebraucht wird/ einen Fleiß und Eyfer/ Prov. 19. Gottzu dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit die ihm gefaͤllig iſt/ und 2.

dem Nechſten alle Liebe/ affection und Dienſte zu erweiſen/ mit der Ga⸗ Cocc. Lex.

feſſion von der Gottſeligkeit machen/ wie alle Chriſten ma⸗x. Tim. 4.

men ſollen, nach Pault Vermahnung⸗ Ube dich ſelbſt an der Ebr. n

Gottſeligkeit/ und: jaget nach Heiligung/ ꝛc. die ſind

al-