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Die Bedenckliche Todes-Fälle der Gerechten und Frommen, Auß Jes. LVII, 1. 2 . Aber der Gerechte kommt umb, und niemand ist der es zu Hertzen nehme, [et]c. : Bey sehr Volckreicher und ansehnlicher Leich-Begängnuß Deß Wol-Edlen, Großachtbar und Hochgelährten Herrn M. Joh. Vincentz Runckels, Deß Hoch-Fürstl. Paedagogii zu Giessen Wolverdienten Praeceptoris Classici, Als derselbe den 10. Febr. deß jetztlauffenden 1691.sten Jahrs in seinem Erlöser Jesu Christo sanfft und seelig entschlaffen, und folgenden Sonntags den 15. eiusd. in sein Ruhekäm[m]erlein gebracht worden / Einfältig vorgestellet, und auff Begehren zum Druck überlassen, Von Joh. Heinrich Mayen, der Heil Schrifft Doctore, deroselben, wie auch der Orientalischen Sprachen Professore Ord. und Predigern in Giessen ...
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Rom. 1.

Pſ. 41.

Pl. 4. 9.

Applica-

tio.

Propoſ.

Pattit.

Chriſtliche machten die Rechnung/ weil die Gerechte durch ſo mancherley Pein und Marter hingerichtet wurden/ es wuͤrde der Leib ſamt der Seele zerknir⸗ ſchet/ zumalmet/ durchs Feuer verzehret/ daß wohl davon nichts uͤbrig bleiben weniger einmahl wiederumb zuſam̃en gebracht werden koͤnte/ ſo wenig als ein Topff der zuſchmiſſen und zuſchlagen wird/ wieder zuſam⸗ men gebracht werden kan. Das war das Urtheil/ die Meynung Ein⸗ bildung und Rechnung(ruhs) der Unverſtaͤndigen/ Unweiſen (cdw) Heyden von dem Todt der Gerechten. Woruͤber wir uns ſo ſehr nicht zu verwundern haben/ weil dieſe Leute nur nach der Per⸗ nunfft und aus dem aͤuſſerlichen urtheileten. Und gult hier Pauli Wort von ihnen: Da ſie ſich fur weiſe hieiten/ ſind ſie zu Narren worden · Aber daruͤber hat man Urſach ſich zu verwundern/ daß auch unter den Chriſten ſolche unverſtändige Leute gefunden werden/ die nicht viel beſſer von der Gottſeligen Todt urthellen/ halten derſelben Leben fur eine Raſeren/ wann ſie nicht mit der tollen Weltraſen/ und ſchreyen ihren Todt/ für eine goͤttliche Straffe aus/ wuͤnſchen ihnen anch und ſagen: Wann wird er ſterben und ſein Name vergehen? Da doch das Gedaͤchtnuß des Gerechten im Seegen bleibet. Dar⸗ umb hat man ſich an der gleichen Urtheil nicht zu kehren/ weil ſie aus Unverſtand herruͤhren/ falſch und erlogen ſind/ denen kein Chriſt⸗ verſtaͤndiger Menſch Glauben zuſtellen wird oder kan/ ſondern wi⸗ derſpricht ihnen mit dem weiſen Mann und ſagt? Aber ſie(Die Ge⸗ rechtenſind im Friede/ dem Leibe und der Seele nach. Sitſchlaf. fen und ruhen gantz mit Frieden/ denn der HRRhuffet ihnen/ daß ſie ſicher wohnen. Sie haben Frende die Fuͤlle. Ihre Seele iſt ge⸗ neſen/ und wird ewig getroͤſtet. Dis iſt ein wahres Urtheil/weiches wir aus dem goͤttlichen Wor fůllen lernen. Es hat Philo daſſelbe auch wie es ſcheinet/ aus unſern Tertes Worten gelernet/ da der hocherleuchte Prophet Jeſaias deutlich weiſet/ was man von dem Todt der Be⸗ rechten halten/ und wie man denſelben anſehen ſolle. Wir wollen uns dann von ihm unterrichten laſſen und lernen/ wie wir vom Lodtesfall der Gerechten urtheilen ſollen daß derſelbe ſeye:

I. Der boſen und gottloſen Welt ein ominoſer und be⸗ dencklicher/

II. Den Frommen und Gottſeligen aber ein herrlicher und recht ſeliger Fall.

Der