Druckschrift 
Eine Christliche Leichpredigt, Bey Der traurigen Begräbnüß, Des Hoch-Edelgebornen, Gestreng vnd Vesten Erhard Adolphs von vnd zu Ludder vnd zu Loßhausen : welcher am 18. Tag Aprilis sanfft vnd selig entschlaffen, vnd hernacher am 6ten Tag des May in der Kirchen zu Loßhausen in Ansehnlicher vnd Volckreicher Versamblung beygesetzt worden / Gehalten durch Eckhardum Gruberum, Pfarrern daselbsten. Jm Jahr Christi 1658
Entstehung
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Traur⸗vnd Troſtpredigt. 29

vns die wir nicht ſehen auff daß ſichtbare/ ſondern auff

das vnſichtbare/ ꝛe.

Wann vorzeiten Rittermaͤſſige Perſonen ihren Ehrenkrantzem⸗ pfiengen/ muſten ſie zuvor etwas leiden vnd außſtehen/ dann ſie muſten eines harten Streichs erwarten entweder mit einer Hand/ oder mit einem Schwert; Demnach wurden jhnen ihre alte Kleider außgezo⸗ gen/ vnnd dargegen neue angeleget; Darauff wnrden ſie dann vnter den Ritterorden gezehler/ auff einen gewiſſen Ehrenſtul geſetzt vnd erhoben/ vnnd endlichen wurden auch jhre Nahmen der Matricul einwerleibet: Eben ſo geſchicht auch allen Geiſtlichen Rirtern Chriſtiz Allhier müſſen ſie in dieſer Welt vißl außſtehen/ dann durch viel Creutz vnd Trubſaal müſſen wir in Gottes Reich eingehen. Sie muſſen auch allhier den befleckten Rock des Fleiſches/ das kleid der Suͤnden vnd der Sterblichkeit ablegen/ vnnd anziehen das kleid der Vnſchuld/ Heiligkeit/ Vnſterblichkeit vnd ewiger vnter die vollkommene Gerechten;

ſtul. Dann wiſſet jyr nicht/ daß die

werden? 1. Cor. des Lebens. Sollen dann dort mit Abraham/ Jſaal vnd Jacobzu Tiſch ſitzen/ eſſen/ trincken/ vnd vor gutem Much jauchtzen ewiglich. Sehet ſo wil der Herꝛ belohnen/ die allhier Ritterlich gefochten ·

Dieweil dann nun vnſer J et/ wie zuvor erwehnet/ ſo wollen wir rone der Gerechtigkeit/ der Seelen nach vamit wollen wir vns vber ſeinem Abſcheidtroſten ·

Zum Beſchluß aber/ dieweil der H. Paulus

2. Eor. 3.

Klarheit; Sie werden gezehlet Sie werden geſetzt auff den Richter⸗

Heiligen die Welt richten 6. Ihre Nahmen werden auch geſchrieben ins Buch

uncker ſeliger auch ſo ritterlich gekàͤmpf⸗ uicht zweiffeln/ jhme ſey auch die /ſchon allbereit beygeleget/ vnd

vnſern HErꝛn Chri⸗

ſumalhiet nenneteinen gerechten Richter/ welcher dañ auchhier

auff Erden/ als ein Koͤnis der Gere

tigkeit àbet· Jerem.ʒ.v.4. Wolan

annehmen/ die jetz hochbetrůͤbte Ade

ſorgen ſie ſichetwan/ daß weil ſie ni

der ſie verthadige/ ſie werden jrgend von einem oder dem ande

terdrucket/ bervortheilet/ oder vmb das ii

chtigkeit/ Gericht helt/ vnd Serech⸗ ſo wollen doch deſſen ſich troͤſtlichen liche Wittibe/ vnd jhre Kinder. Be⸗ mn keinen Schutzherꝛn mehr haben/ rn nunvn⸗

ſtus