Druckschrift 
Eine Christliche Leichpredigt, Bey Der traurigen Begräbnüß, Des Hoch-Edelgebornen, Gestreng vnd Vesten Erhard Adolphs von vnd zu Ludder vnd zu Loßhausen : welcher am 18. Tag Aprilis sanfft vnd selig entschlaffen, vnd hernacher am 6ten Tag des May in der Kirchen zu Loßhausen in Ansehnlicher vnd Volckreicher Versamblung beygesetzt worden / Gehalten durch Eckhardum Gruberum, Pfarrern daselbsten. Jm Jahr Christi 1658
Entstehung
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1. Tim. 6.

Gen. 39.

Luc. 27.

Eph..

Gal. 5.

22 Chriſtliche Leich⸗ alles uͤbels/ deſſen hatetliche geluͤſtet/ vnd ſeyn bom Glau⸗ ben jn gangen/ vndmachen jhnen ſelbſten viel Schmertzẽ. Locket ſie zu fleiſchlichen Wolluſten Hurerey oder ſonft Vnzücht wie Potiphars Weib; den keuſchen Joſeph bewilligen ſie nicht/ ſonderſi wi⸗ derſtehen jhren kůſten/ vnd prechen· Wie ſolte ich ein ſolch groß Vbel thun/ vnd wider Gort ſundigen? Vermahnet ſie vns zu freſſen ſaufen/ wir ſollen dapfer mit machen/ dañ wir haben doch nichts mehr davon dann das dencken wir an Chriſti behr; Hůtet euch/ daß ewere Hertzen nicht beſchweret werden mit freſſen vnd ſauf⸗ fen/ vnd ſorgen der Nahrung/ vnd komme der Tag des Herren ſchnell uber euch wie ein Fallſtrick. Item andie War⸗ nung Pauli: Sauffet euch nicht voll Weins/ darauß ein vnordentlich Leben folget.

Mit vnſerm eigenen Fleiſch vnd Blut miſſen wir auch kaͤmpffen/ das iſt ein ſolcher Feind/ den wir taͤglich über vnſerm Tiſche ſpeilen/ vnd jhn in vnſerm Buſen mit vns herumb tragen/ der gedenckt vns in Sůnd vnd Schande zu ſtürzen. Dann das Fleiſch geluſtet wider den Geiſt/ vnd den Geiſt wider das Fleiſch/ daß jhr nichttchut wasjhr wollet/ fagt der H. Paulus; Aber dargegen ſt eiten vnd kaͤmpffen wir alſo/ daß wir vnſer Fleiſch creutzigen vnd toͤd ten/ ſampt den boſen Lüſten vnd Begierden.

Endlich haben wir zu kaͤmpffen mit dem Allmächtigen SGOtt/ demallerſtärckſten Helden ſelbſten/ dañ dirſelbe legt ſich oſſt auch hart wider ſeine liebſte Kinder/ vnd ſtellet ſich als were er auch jhr aͤrgſter Feind; Mit Jacob rang er in Geſtalt eines Manns vnd verꝛengt jhm ein Gelenck an ſeiner Huͤfften. Soklaget Hiob/ daß nicht

allein Sathan/ ſein eygen Weib/ ſeine Freunde/ die kommen waren jhn

zubsſuchen/ ſeine Feinde vnd leidige Troͤſter/ſondern Gott ſelbſtſey jhm in ein grauſamen verwandelt worden/ vnd erzeige ſeinen gramanjhme durch die Staͤrcke ſeiner Hand; Aber da muß ein Her⸗