Abdanckungs⸗Rede. 39
ſenẽj ſtatt der Iinſen/ bald von einem fordert das Gehor/ von einem andern das Geſicht/ den drit⸗ ten beyderley beraubet/ alſo daß ein ſolch⸗ verlebter auch unter den Lebendigen vortod zu achten; Und dieſes iſt/ was vorgedachtem boliticumzu diffi- cultiren verurſachet/ da er ſagen ſollen/ welche Stunde gluckſeeliger deß Lebens oder deß Todes? Wann wir aber zu deß Lebens Muͤhſaͤligkeit
die gewuͤnſchte Ruh/ ſo wir durch den Zod erlan⸗ gen/ auff die Wagſchaale legen und gegen der Grauſamkeit deß Todes abwagen/ werden wir den Außſchlagder Sachen gar leichtlich empfinden/ da dann vorgedachter Sluthor gar bald ſchlieſſet/ daß ein ſeeliger Tod einem muhſaligen Leben bey wei⸗ tem vorzuziehen/ und ſagt: Naturalis quidem ſe- pulchri horror ſttamen potentior in nobiseſ- ſetratio, quãm vivendi appetitus: plurimum ubique lætaremur, quanto Mli fieremus pro- pinquiores, Obgleich vor dem vodein narürlicher Schrecken/ wann aber die Venunfft in uns maͤch⸗ tiger als die Begierde zu leben/ wuͤrden wir uns mehr freuen/ wann wir dem Lod naher kaͤmen/ dann der Tod der Frommen iſt nicht ein Lod/ſon⸗ dern ein Schlaff/ ein End gller Beſchwerlichkeit/ ein Anfang deß Guten/ ein Außgang alles Streits/ hingegen zu der ewigen 3
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