Druckschrift 
Scheinbahres Theatrum Oder Himmel-schöne Schau-Bühne, Darauff uns die ... Frau Fr. Catharina Margretha gebohrne Lünckerin, Deß ... Herrn Johann Reysers, Fürstl. Hessen-Darmstättischen wohlbestellten ältesten Cammer-Raths, gewesenen Hertzgeliebten Hauß-Ehr, Nachdem Dieselbe im Jahr Christi 1681. den 1. Tag May, ... abgeschieden, und den 10. dieses Monats um 1. Uhr Nachmittag auff dem Pfarr-Kirchhoff allhie zu Marburg mit Christlichen Ceremonien und bey Volckreicher und ansehnlichen Versamlung, in Ihr Ruh-Kämmerlein beygesetzet worden .. / Erkläret und damahls in der Pfarrkirchen vorgetragen, auch nunmehr uff Begehren zum Druck übergeben durch M. Johann Jost Buschen, damahligen Ecclesiasten, nunmehrigen Ober-Pfarrern an der Pfarrkirchen daselbsten, [Jeremia Piscatore]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Abdanckungs Rede· s7 Schrecken vorm Lod eingebildet/ O wie ſchwer gehet es doch zu/ wann auchgleich der Armſte und Elendeſte ſein Leben ſchlieſſen und davon muß/ ein jedes wildes Thier ſcheuet ja die Faͤllung/ die Voͤ⸗ gel in der Lufft fliehen wie ſie koͤnnen ihre Beſtri⸗ ckung/ die Fiſche inden Waſſern gehen ungern ins Netz/ und wie Sophocles ſchreibet/ etiam auda ces fugiunt quandopropẽ jam mortem vident, auch dem Hertzhafften entfaͤllet der Muht/ wann er den Zod fuͤr Augen ſiehet/ und deß Charontis uͤberfahrt⸗Schiff betretten ſoll/ undin Summa wer wolte nicht lieber in dem Leben eine lieblich⸗roh⸗ te Roſebluhen/ alß im finſtern Grab verblaſſen und verwelcken. Aber wann wir mit dem Ariſtophane das menſchliche Leben rechtſchaffen ohne affectencon- fideriren/ ſo werden wir gewiß bekennen und ſa⸗ genmüſſen/ daß daſſelbe ſey ein aͤuſſerſtes Elend/ ein rechte ſupplicium und Leibes⸗Straff/ wiees Seneca nennet. Maximus Tyrius vergleicht es einem Kriege/ ſtaͤtigem Kaͤmpffen und Strenen/ ſagende: In unſerm Lebens Kriege iſt der Oberſte Fuͤhrer GOtt/ ber Krieg iſt unſer Leben/ die Sol⸗ daten die Menſchen/ die Waffen unſer ſchwaches Vermoͤgen/ die Feinde das Unglück/ Kranckheit und Sorgen/ und endlich der Sieg der Lod. Ein ande⸗