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Gluͤckliche Kenner der menſchlichen Herzen, haben laͤngſt entdeckt, daß ein jeder Weltburger den Erdkreis aus demjenigen Geſichtspunkte betrachte, welcher ſeinen Neigungen ſchmeichelt und ſeine Wuͤnſche rei⸗ zet: Ein Held, ſieht den Erdboden als einen Siegesplatz an, wo er ewi⸗ ge Lorbern ſammlen; Hochmuͤtige Voͤlker beherrſchen und mit geharr⸗ niſchten Legionen den Feinden, den Vorzug der Triumphe ſtrittig ma⸗ chen kann; Er ſieht bereits wie die Ehre mit Siegsprangenden Palmen ſeine Scheitel bekroͤnet und hoͤrt wie der laute Ruf des preiſenden Geruch⸗ tes, vielen Jahrhunderten ſeine Eroberungen verkuͤndiget. Ein zaͤrtli⸗ cher Sibarit, betrachtet die Welt als ein entzuͤckendes Tempe, als ei⸗ nen Sitz des abwechſſlenden Vergnuͤgens: Dieſer wird ſein Gluͤck und ſeinen Ruhm durch das kuͤtzlende Gefuhle der Sinnen, durch die Freund⸗ ſchaft mit dem Körperlichen, unter der mr erſinnlichſten Empfindung der Wolͤſte ſchmecken. Ein midas jauchzt, wann er die Welt als ei⸗ ne volle Schatzkammer erblickt, in welcher er ſeine Begierde nach Reichthuͤmern erſaͤttigen, ja, wie er glaubt, den koſtbaren Ruhm ſei⸗ nes Glucks in ſtolzer Herrlichkeit erweitern kann. O, welch eine zahl⸗ reiche Rotte von Sklaven der Ehrſucht, welch ein ringendes Heer von Anbetern erblicken wir nicht, wie ſich ſolche vor den hohen Altaͤren des blinden Gluͤcks ſchmiegen und ſolchem Weirauch ſtreuen!
Mit welchen Augen beſchaut nicht ein Gelehrter, ein Weiſer und ein Tugendfreund den Erdboden? Welchen Zugen ͤberlaſſen ſie ſich nicht, ſich auf demſelben den Ruhm, das Gluck und die Unſterblichkeit zu er⸗ werben? Wie opfern ſie nicht dieſen Bemuͤhungen den Fruͤhling ihrer Jugend und den Herbſt ihres Alters, ja, alle Leibes⸗und Selenkraͤfte auf? Bemuͤhungen! deren unſtraͤflche Triebe, deren Ruhmbekroͤnter End⸗ . zweck,


