auf der Weſtſeite des Thals in den Alluvialboden deſſelben eingeriſſen und hatte dort die Geſteine des Hardbergs ab⸗ geſchält und blosgelegt, bis die Auffüllungen der Alluvionen des Gleibach⸗-, Kropbach⸗ und Bieberthals es auf die linke Seite drängten. Man kann ſeinen Zug noch nach dem Lauf der Wieſen von der Gießener Gemarkungsgränze bei Lautes⸗ bach über den Krofdorfer Weg, die Laufertsroder Wieſen, dem Hardberg entlang, vom Textor'ſchen Felſenkeller über die Heuchelheimer Chauſſee nach der Wolfsfurt und dem Heßler verfolgen. Noch in hiſtoriſcher Zeit muß dort ein Lahnbett beſtanden haben; denn die alte Gemarkungsgrenze zwiſchen Gießen und dem ausgegangenen Orte Kropbach und damit zwiſchen der alten Grafſchaft Gießen und dem gemeinen Land an der Lahn zog dieſer Linie nach und war bis in die neuere Zeit durch die Gießener Landwehr bezeichnet.
Das Hauptthal der Lahn war durch die ſtärkeren Allu⸗ vionen derſelben höher und trockner geworden, als das Neben⸗ thal der Wieſeck;²) vom Rodberg über das Gartenfeld und
Fluß Loina nennen wollen.(Dilthey das Gebiet des Großh. Heſſen z. Zeit der Völkerwanderung im Archiv für d. Geſchichte v. Heſſen Bd. 6 S. 381.) Die Conjectur des Profeſſor Börſch in Hanau, im Venantius Fortunatus ſtatt Bordaa„Durdana“ und ſtatt Laugona „Sequana“ zu leſen,(Ueber die Laugona und Bordaa des Venantius Fortunatus, Gymnaſ. Programm v. 1839 S. 28) geht doch wohl im Verſuche einer Text⸗Kritik zu weit und zwingende Gründe, die Niederlage eines ſächſiſchen Heerhaufens einem Führer auſtraſiſcher Franken zu Zeiten König Siegberts gegenüber ſtatt nach Heſſen an die Seine zu verlegen, liegen gerade nicht vor; ſelbſt die Bezeichnung der Wohra als Fluvius, qui sinuoso gurgite ruit, paßt heute noch und an der Mündung der Ohm in die Lahn in der Nähe von Kölbe könnten die bei der Wohra weſtlich in die Engpäſſe zurückgeſchlagenen Feinde auch jetzt noch bei irgend größerem Waſſerſtand maſſenweiſe 2 ertrinken. Daß der Name Lan ſoviel als Waſſer bedeute, wird auch von Schmidt, Geſchichte des Großherzogth. Heſſen Bd. 1 S. 191 als unerwieſen erkannt. ³) Daſſelbe enthält darum auch jetzt nur Ackerland, mit Ausnahme der Stellen, welche aus altem Lahnbett entſtanden ſind, das Wieſeckthal dagegen nur Wieſen. 1*


