Studiengang.
Das juriſtiſche Studium hat ſich auf die Rechtsdisziplinen und
auf die Staatswiſſenſchaften zu erſtrecken.
A. Die Rechtsdisziplinen.
I. Die Rechtsdisplinen zerfallen in die des öffentlichen und des Privatrechts. Es iſt vielfach üblich, die erſten Semeſter ganz dem Privatrecht zu widmen und das öffentliche Recht erſt ſpäter hin⸗ zutreten zu laſſen. Die Fakultät vermag dieſen Studiengang nicht zu billigen, iſt vielmehr der Anſicht, daß das Intereſſe der Studierenden an ihrer Wiſſenſchaft erheblich geſördert wird, wenn ſie ſchon von dem erſten Semeſter an das Studium des öffentlichen Rechts mit dem des Privatrechts verbinden.
Eine überſichtliche Darſtellung über die verſchiedenen Rechtsgebiete gewährt die Einführung in die Rechtswiſſenſchaft, die natur⸗ gemäß im erſten Semeſter zu hören iſt.
II. über das Privatrecht handeln folgende Vorleſungen:
Geſchichte und Syſtem des römiſchen Rechts (zuweilen auch getrennt),
Deutſche Rechtsgeſchichte,
Grundzüge des deutſchen Privatrechts,
Recht des Bürgerlichen Geſetzbuchs, umfaſſend die allgemeinen Lehren, das Recht der Schuldverhältniſſe, das Sachen⸗, das Familien⸗ und das Erbrecht,
Handels⸗, See⸗ und Wechſelrecht(„Privatrecht der Gewerbe“).
Für die Reihenfolge der einzelnen Vorleſungen ſind nachſtehende Geſichtspunkte von Bedeutung:
1. Die Vorleſung über Geſchichte und Syſtem des römiſchen Rechts führt in das Verſtändnis des römiſchen und gemeinen Rechts ein, das bis zum 31. Dezember 1899 in den meiſten deutſchen Staaten das geltende Recht war, in allen Staaten aber die Grund⸗ lage des juriſtiſchen Studiums bildete und auch in Zukunft vielfach an⸗


