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Akademische Disciplinarstatuten für die Großherzogliche Ludewigs-Universität Gießen : amtlicher Abdruck / [Ludwig II, von Gottes Gnaden, Großherzog von Hessen und bei Rhein [et]c. [et]c.]
Entstehung
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Anhang

zu dem amtlichen Abdrucke der akademiſchen Disciplinarſtatuten von 1835.

I. Von der Einrichtung der Bittſchriften um Stipendien auf der Landesuniverſität.

1) Die Bittſchriften um Stipendien ſind(nach der Verordnung vom 1. Junius 1831, Regierungs⸗ blatt Nr. 42) ſpäteſtens zwei Monate vor dem Schluſſe eines jeden akademiſchen Studienſemeſters bei dem Großherzogl. Miniſterium des Innern einzureichen.

2) Der Bittſteller hat darin anzugeben:

a) ſeinen Vor⸗ und Zunamen, Alter und Geburtsort;

b) den Namen der Eltern und den Wohnort derſelben mit Angabe der Bürgermeiſterei, des Kreiſes oder Landrathsbezirks, und der Provinz;

c) den Stand der Eltern, ob dieſelben in irgend einem Dienſtverhältniſſe ſtehen oder geſtanden haben, und welche Beſoldung und Penſion dieſelben beziehen;

d) auf welchem Gymnaſium Petent gebildet iſt, wie lange er daſſelbe beſucht, wann und mit

welchen, in beglaubigten Abſchriften beizulegenden Zeugniſſen er daſſelbe verlaſſen hat;

e) welche Fachwiſſenſchaft er gewählt, wie lange er ſchon auf einer Akademie ſtudirt hat und mit welchen, gleichfalls in beglaubigter Abſchrift beizulegenden Zeugniſſen er entlaſſen iſt, und

f) endlich iſt der Bittſchrift ein Zeugniß beizulegen, welches von dem Bürgermeiſter ausgeſtellt, von dem Kreisrath oder Landrath des Bezirks, unter Umſtänden nach ſtattgehabter näherer Conſtatirung der betreffenden Verhältniſſe zu beglaubigen und worin detaillirt und erſchöpfend anzugeben iſt, ob und in welchem Betrage Petent oder deſſen Eltern bewegliches oder unbe⸗ wegliches Vermögen beſitzen, auch ob letztere ein Gewerbe treiben, wie viele Geſchwiſter Petent hat, wem deren Ernährung obliegt, und ob und in welchem Betrage er aus dem Vermögen oder Gewerbe der Eltern unterſtützt werden kann.

3) Alle Bittſchriften um Stipendium, welche nicht dieſen Vorſchriften gemäß eingerichtet und nicht in der beſtimmten Friſt eingereicht worden ſind, ſollen nicht weiter berückſichtigt werden.

4) Alle vom Staate ausgehenden Stipendien, Freitiſche, Beneficien und andere Vergünſtigungen während der Dauer des akademiſchen Studiums können(nach dem§. 36 der Verordnung vom 1. Okto⸗ ber 1832, Regierungsblatt Nr. 87) nur denjenigen zu Theil werden, welche in ihren Zeugniſſen den

7 erſten oder zweiten Auszeichnungsgrad erhalten haben, ſo jedoch, daß der erſte, ſo lange der Stu⸗

dirende ſich auf eine deſſen würdige Weiſe bewährt, vorzugsweiſe zur Perception derſelben berechtigt. 5