6a Lützows wilde Jagd Von C. M. v. Weber
Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein, Hörs näher und näher brausen,
Es zieht sich herunter in düsteren Reihn
Und gellende Hörner erschallen darein, Erfüllen die Seele mit Grausen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.
Was zieht dort rasch durch den finsteren Wald Und streift von Bergen zu Bergen?
Es legt sich im nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurfra jauchzt und die Büchse knallt,
Es fallen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen jäger fragt:
Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.
Was braust dort im Tale die wilde Schlacht, Was schlagen die Schwerter zusammen? Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht, Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:
Das ist Lützows wilde, verwegene jagd.
Die wilde Jagd und die deutsche Jagd,
Auf Henkers Blut und Tyrannen.
Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt, Das Land ist frei und der Morgen tagt,
Wenn wir’s auch nur sterbend gewannen.
Und von Enkeln zu Enkeln sei’s nachgesagt:
Das war Lützows wilde, verwegene jagd.
(Theodor Körner)
6 b Mahnung
Von Hans Heinrichs
Nun schweige jeder von seinem Leid, Und noch so großer Not!
Sind wir nicht alle zum Opfer bereit Und zu dem Tod?
Eins stehet groß in den Himmel gebrannt. Alles darf untergehn! Deutschland, unser Kinder⸗ und Vaterland,
Deutschland muß bestehn! (Will Vesper)
6 Deutschlands heil'ger Name
Von Waldemar von Baußnern
Deutschland! Deutschland! O heilger Name, o süßer Klang! Dich lieb ich, dich lieb ich, preis dich mein Leben lang. Wie schlägt mir vor Lust das Herz in der Brust! Deutschland! Deutschland! bei deinem Namen!
Deutschland! Deutschland! sei uns, die liebend dir zugewandt, it Ein freies, glückliches Vaterland, das Süd dir und Nord
Singt stolz immerfort:
Deutschland! Deutschland! Heil deinem Namen!
Deutschland! Deutschland! Daheim und ferne stets denk ich dein! Dein ist mein Leben, dein soll es, soll es sein.
In Freud und in Leid, in Fried und in Streit,
Deutschland! Deutschland! Heil deinem Namen.
(Hoffmann von Fallersleben)
Sa Kanon Lewer dod als Slaw(Lieber tot als Sklav)
8b Bergarbeiterlied Von Armin Knab
Wir tragen alle ein Licht durch die Nacht— unter Tag Wir fördern’s herauf das tote Gestein— Glück Auf!
Wir träumen von unerschöpflicher Pracht— über Tag. Wir machen’'s wieder zu Sonnenschein— Glück auf!
Wir helfen ein Werk tun, ist kein's im gleich— Glüc Auf! Auf Erden ist immerfort jüngstes Gericht— unter Tag.
Wir machen das Erdreich zum Himmelreich— Glüc Auf! Aus Schutt wird Feuer, wird Wärme, wird Licht— über Tag. Einst fiel alles Leben vom Himmel herab— öber Tag. Wir schlagen aus jeglicher Schlacke noch Glut— Glück Auf! 3 Wir Bergleute schürfens aus dem Grab— unter Tag. Wir ruh'’n erst, wenn Gottes Tagwerk ruht— Glück Auf!
4 Richard Dehmel


