2. Dir, Göttin Freiheit, gilt der erste Gruss, von freien Männern nimm ihn froh entgegen, hinrauscht vom Meer bis zu der Alpen Fuss dein Adlerfittich stolz in kühnen Schlägen. Der Geist sei frei und frei der Arm zum Streit, der deutsche Mann trägt nie der Knechtschaft Ketten; und zwingt ihr ihn, sein höchstes Heiligtum zu retten, giebt er sein Herzblut gern zu jeder Zeit.
3. Blank wie der Stahl, von keinem Hauch getrübt, der freien Männer spiegelblanke Wehre; die ihr der Väter alte Tugend übt, so haltet rein die alte deutsche Ehre; des eignen Wertes nur seid euch bewusst, nicht eitles Prahlen ziemt den deutschen Zungen; die Ehre nur durch Kraft und Männlich- keit errungen, die stets zu wahren sei euch hohe Lust.
4. Zum dritten dir sei unser Gruss gebracht, o Vater- land, o heilge Muttererde; o dass dein Ruhm durch Einigkeit und Macht der ganzen Welt ein leuchtend Vorbild werde! So reicht zum Schwur die Bruderhände euch und schwört es hier in heiligem Verbande: Auf ewig treu dem teuren deutschen Vaterlande, wir stehen fest zu Kaiser und zu Reich!
5. Vergesset nicht, was dieses Reich erschuf, der Väter Ringen und der Völker Wunden, auf dass auch ihr bei seinem Heroldsruf als wackre Streiter werdet all befunden. Dann, Brüder, auf, das blanke Schwert zur Hand, das Banner weht, es flammt auf allen Hügeln; mit eurem Blute sollt ihr euren Schwur besiegeln im Kampf für Freiheit, Ehre, Vaterland!
G. H. Schneideck. 1883


