2. Wenn's dem Geſchick gefällt, ſind wir in alle Welt morgen zerſtreut! Drum laßt uns luſtig ſein! Wirt, roll das Faß herein!:,: Mädel, ſchenk ein, ſchenk ein! Heute iſt heut! ,:
3. Ob ihren Roſenmund morgen ſchön Hildegund anderen beut— darnach ich nimmer frag, das ſchafft mir keine Plag,
, wenn ſie mich heut nur mag— heute iſt heut!:
4. Klingklang, ſtoßt an und ſingt! Morgen vielleicht erklingt Sterbegeläut! Wer weiß, ob nicht die Welt morgen in Schutt zerfällt!:,: Wenn ſie nur heut noch hält! Heute iſt heut!:,: Rudolf Baumbach.
5. O Akademia.
1. Ich zog, ich zog zur Muſenſtadt, mit lautem Sang und Valladri,:, ich hob manch Gläschen zum Vivat,— o Akademia!,
2. Und ihre Töchter fein und ſchlank, ſie lauſchten meinem Lautenſchlag,:, und Liebe war ihr heißer Dank, o Aka⸗ demia!:
3. Geſchwungen hab ich meinen Speer, ſtand meinen Mann auf der Menſur,“, jetzt hab ich keine Naſe mehr, o Akademia!:,
4. So ging es zwölf Semeſter lang, und viel Dukaten zog ich blank:,: bei Saitenſpiel und Becherklang o Akademial:,.
5. Doch nun iſt Sang und Klang verhallt, und Freund und Freundin zeigen mir;, von fern den Rücken ſtolz und kalt, o Akademia!,
6. Und Vater, Mutter ſtarb zu Haus, verdorben an dem einzgen Sohn,:, ich weiß nicht mehr, wo ein noch aus, o Akademia.:
7. Nur eine noch, die weint um mich im fernen, fernen Heimatland,:,: doch ihren Ring verkaufte ich, o Akademia!:,
8. Zerbrochnes Glück, fahr wohl, ade! ich läg am liebſten unterm Gras und ſchliefe da mit meinem Weh, o Akademial:,: Johann Matthias Hecker.


