Snoffizieller Teil. 1.
Alemannenlied.
Singweiſe: O alte Burſchenherrlichkeit.
1. O alte Burſchenherrlichkeit, wohin biſt du ver⸗ ſchwunden? So klingt es heute weit und breit in allen Zecherrunden. In Klagetönen ſchwer und bang hört allent⸗ halben man den Sang: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!
2. Der eine klagt, die Politik verderbe den Charakter, der ſchreit, es geht die Kunſt zurück und dazu find't ſie nackt er, dem andern iſt dies Jammertal zu ſozial und zu radikal, kurz alles ſchreit: O jerum, o qua mutatio rerum!
3. Der vierte als Diogenes geht um mit der Laterne, nach Menſchen leuchtet er, indeß ihn blendet die Moderne. Er ſucht die gute, alte Zeit, dieweilen er ſich heiſer ſchreit: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!
4. Silentium! ruf ich, ſeid doch ſtill, hört auf mit Eurem jerum, iſt keiner, der erfinden will dagegen uns ein Serum, ein Serum gegen Traurigkeit, das uns von Leid und Gram befreit, ein Serum gegen's jerum, das wär mutatio rerum!
5. Wie wird mir, hat die Wiſſenſchaft uns dies nicht ſchon gegeben? Gibt nicht der braune Gerſtenſaft uns täglich neues Leben? Iſt nicht der Burſch auch heut noch frei? Ja, beim C. HBeO da ſeufzt er nicht mehr rerum, nicht mehr mutatio rerum!
6. So lang ein Wirtshaus an der Lahn noch ſteht, ſo lang in Gießen, ein ſüffig Bier fließt durch den Hahn, ſoll's durch die Kehle fließen. Ein neues Faß, das Bier läuft ſchon, jetzt klingt es aus ganz anderm Ton: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!
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