Druckschrift 
Lieder gesungen beim Kommerse zur Feier des Stiftungs-Festes der Ludewigs-Universität zu Gießen am 1. Juli 1893 in Stein's Saalbau / [Herausgeber: Großherzoglich Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen]
Entstehung
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III.

Wohlauf, die Luft geht friſch und rein, wer lange ſitzt, muß roſten, den allerſonnigſten Sonnenſchein läßt uns der himmel koſten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerzeit in's Cand der Franken fahren! Valleri, vallera, valleri, vallera, in's Land der Franken fahren!

Der Wald ſteht grün, die Jasd geht gut, ſchwer iſt das Korn geraten; ſie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt ſich auch das Herbſten an, die Kelter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Milian beſchert uns etwas Feines. Valleri ꝛc.

Wallfahrer ziehen durch das Thal mit fliegenden Standarten hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne wär' ich mitgewallt ihr Pfarr' wollt' mich nicht haben! So muß ich ſeitwärts durch den Wald als räudis Schäflein traben. Valleri ꝛc.

Zum heil'gen Veit von Staffelſtein komm' ich empor geſtiegen, und ſeh' die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen: Vom Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und hügel die breite, ſtromdurchglänzte Au ich wollt', mir wüchſen Flügel! Valleri ꝛc.

SEinſiedelmann iſt nicht zu Haus, dieweil es Seit zu mähen; ich ſeh' ihn an der Halde draus bei einer Schnitt'rin ſtehen. Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: Herr, gieb uns zu trinken! Doch wer bei ſchöner Schnitt'rin ſteht, dem mag man lange winken. Valleri ꝛc.

Sinſiedel, das war mißgethan, daß du dich hubſt von hinnen! Es liegt, ich ſeh's dem Ueller an, ein guter Jahr⸗ gang drinnen. Hoiho! die Pforten brech' ich ein und trinke, was ich finde. Du heiliger Veit von Staffelſtein, verzeih' mir Durſt und Sünde! Valleri ꝛc.