3. Student ſein, wenn zwei Kugen locken, ein ſüßer Mund verſchwiegen küßt, daß jählings alle Pulſe ſtocken, als ob im Rauſch man ſterben müßt!— Student ſein in der Liebe Morgen, wenn jeder Wunſch ein frommes Flehn: Das iſt das Leben ohne Sorgen! herr, laß es nie zu Ende gehn.
4. Student ſein, wenn es gilt, das Leben dem Vaterlande treu zu weihn, wenn unſer aller erſtes Streben dann heißt: im KRampf ein Mann zu ſein,— Student ſein, wenn zum höchſten Lohne der Tod für deutſche Erde winkt, das iſt des Lebens ſchönſte Krone, die heller als ein Demant blinkt!
5. Student ſein, wenn die Veilchen blühen, das erſte Lied die Lerche ſingt, der Maienſonne junges Glühen triebweckend in die Erde dringt,— Student ſein, wenn die weißen Schleier, vom blauen himmel grüßend wehn: Das iſt des Lebens ſchönſte Feier! herr, laß ſie nie zu Ende gehn!
4.)
1. Und wieder ſprach der Rodenſtein:„Pelzkappenſchwere⸗ not! hans Breuning, Stabstrompeter mein, biſt untreu oder tot? Lebſt noch? Lebſt noch und hebſt noch? Man gy'ſpürt dich nirgend mehr. Schon naht die durſt'ge Maiweinzeit, du mußt mir wieder her!“
2. Er ritt, bis er gen Darmſtadt kam, kein Sahnden war geglückt; da lacht' er als am ſchwarzen Lamm durchs Fenſter er geblickt:„Er lebt noch! lebt noch und hebt noch, doch frag' mich keiner: wie? Wie kommt mein alter Flügel⸗ mann in ſolche Rompagnie?“
3. In Züchten ſaß die Stammgaſtſchar nach Rang und Würden dort, Dünnbier ihr Despertrünklein war, es klang kein lautes Wort.„Sacht ſtets! Sacht und bedacht ſtets iſt Lebens hochgenuß!“ So flüſtert ein Kanzleimann juſt zum Rreisamtsſyndikus.
4. In dieſer Schöppleinſchlürfer Reih' ſaß auch ein ſtilles Gaſt, und als es acht Uhr war vorbei, nahm's Stock und
*) Mit gütiger Erlaubnis der Verlagsanſtalt von Breit⸗ kopf& härtel in Leipzig.
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