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V. D. St. Giessen im Kyffhäuserverbande der Vereine Deutscher Studenten
Entstehung
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Wohl aller Glieder des Volkes im Auge hat und dahin ſtrebt, daß in keiner Weiſe im Staatsleben eine einſeitige Förderung der Intereſſen und Rechte eines beſtimmten Bevölkerungsteiles auf Koſten der Geſamtheit ſtattfinden darf. Auch hier iſt unſer Ziel, Geſundes und Durchführbares aus neuen Gedankengängen herauszunehmen und es zu vereinen mit dem kernhaften Alten, das ſich in Jahrhunderte langer Entwicklung bewährt und unſer Vaterland einſt groß und ſtark gemacht hat.

Wie wir vom Antiſemitismus ausgingen, ſo ſtehen wir auch heute auf dem ſchärfſten judenfeindlichen Standpunkt, den die Erfahrungen der Kriegs⸗ und Revolutionsjahre beſonders rechtfertigen. Der leider nur zu tief reichende Einfluß des Judentums iſt und bleibt in unſeren Augen eine der ſchwerſten Gefahren für unſere nationale Geſundung.

Ebenſo bekämpfen wir aufs heftigſte alle anderen Beſtrebungen und politiſchen Richtungen, die wie z. B. der Ultramontanismus geeignet ſind, den nationalen Gedanken zu ſchwächen oder zurückzudrängen.

Das iſt mit wenigen Worten unſere grundſätzliche Stellung zu den brennendſten Fragen der Gegenwart, durch die gleichzeitig die Grenzen be⸗ zeichnet werden, innerhalb deren jede politiſche Einzelanſchauung im Ver⸗ bande möglich und gleichberechtigt iſt. Im übrigen iſt es unſer Ziel, unſere Mitglieder zu Männern zu erziehen, die ſpäter im Leben nie vergeſſen, daß ſie nicht nur Akademiker, ſondern auch Staatsbürger ſind, daß ſie nicht nur Pflichten gegen ihren Beruf und ihre Familie, ſondern auch gegen ihren Staat haben.

Um dies Ziel zu erreichen, halten wir feſt an den überlieferten For⸗ men des deutſchen ſtudentiſchen Korporationslebens, das, wenn es nur richtig erfaßt wird und ſeine Auswüchſe vermieden werden, hohe Charakter bil⸗ dende Elemente in ſich birgt und eine ausgezeichnete Schule für das ſpätere Leben iſt. Die Korporation verlangt die Unterordnung des Einzelintereſſes unter das Geſamtwohl, indem ſie von ihren Mitgliedern fordert, daß ſie nicht nur an den Vorteilen teilnehmen, die eine Korporation bietet, ſondern auch für die Korporation arbeiten und perſönliche Opfer bringen, wo es