II.
Friſch blickt' auch ich als junger Burſch ins Leben Keck hatt' ich mir geſteckt das höchſte Ziel; Kein Mädchenherz konnt' lang' mir widerſtreben, Und doch war's eine nur, die mir gefiel. „ Da war ich jung, ſo recht von Herzen froh, Ein übermüt'ger Studio.:,:
2. Sin Studio, kraftgeſtählt, noch klar die Augen, Moch ungetrübt vom Bücherſtaub' und hell, Studirte, was mir grade ſchien zu taugen,
Den Freunden war ich ein gut' Sechgeſell. „ Noch war ich jung, ſo recht von Herzen froh, Ein übermüt'ger Studio.,:
3. Jüngſt trieb es mächtig mich, nach hHaus zu wandern; Die Sehnſucht eilt' voraus dem flücht'gen Fuß: Ich ſah mein Lieb am Arme eines andern, Sie wandte ſcheu ſich ab bei meinem Gruß. Das ſchnitt ins Herz, trüb' wurde mir's und ſchwer, War nicht der frohe Studio mehr.
4. Sah, daß ſo viel Semeſter ſchon von dannen, Und doch war mir's im Kopf' noch wirr und kraus; Jetzt gilt's, den Sinn in ſcharfe Zucht zu ſpannen, Da ſchlägt er manchmal um ſo toller aus. Der alte Bund, der Freunde Rund', ſich ſtark gelichtet hat, Der Studio heißt: Herr Nandidat.
5. Hab' ich mal ausgeſtreckt die ſteifen Glieder, Hör' wieder Schläger dröhnen, hellen Sang, Schau' ich dem Freund' ins Aug', klingt alles wieder Was einſt dem jungen Burſch erklang. Werd' wieder jung, ſtets will ich bleiben ſo, Im Herzen nur ein Studio!
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