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Ausstellung landschaftsgebundene Wissenschaft : zur Eröffnung der Akademie des NSD-Dozentenbundes der Universität Gießen / Ausstellungsleitung: Dozent Dr. K. Heidt, Botanisches Institut
Entstehung
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in Deutſchland und darüber hinaus ſeit 1905 geſchaffen und ſyſtematiſch gepflegt worden iſt. Das von Olt in Gemeinſchaft mit Ströſe 1914 heraus⸗ gegebene Werk:Die Wildkrankheiten und ihre Bekämpfung bildet Aus⸗ gangspunkt und Grundlage für jegliche Weiterarbeit in allen Ländern. 1939. fand es eine wiſſenſchaftliche und literariſche Ergänzung durch Olts Nach⸗ folger: Prof. Dr. Dr. h. c. C. Krauſe in der Abhandlung:Pathologie und pathologiſche Anatomie des Nutz⸗ und Raubwildes, womit ein Abſchluß der geſamten Unterſuchungsergebniſſe bis zum Jahre 1939 gefunden war. Wäh⸗ rend die älteren Arbeiten ſich auf die grundlegenden Feſtſtellungen und Erfahrungstatſachen erſtreckten, bezweckt die neuere Forſchungsmethodik die wiſſenſchaftliche Vertiefung der Unterſuchungen, damit die fortſchrittliche Auf⸗ klärung veralteter oder verkannter Vorſtellungen, die Ordnung und Aus⸗ weitung der Forſchung in landſchaftsgebundener Form(Verbreitung, Cha⸗ rakter der Erkrankung) und die geſteigerte Verwertung in allgemein medi ziniſcher und naturwiſſenſchaftlicher Hinſicht. Hierfür ſprechen die Unter⸗ ſuchungen auf dem Gebiet der Blutgefäß⸗Veränderungen(Mediaverkalkung, Arterioſkleroſe), der Nierenerkrankungen, der Geſchwulſtbildung(Leberade⸗ nom, Leberkrebs, Nierenadenom, Krebsproblem), der Mißbilligungen, der Sarkoſporidioſe von Skelett⸗ und Herzmuskulatur, der Tuberkuloſe, Pſeudo⸗ tuberkuloſe u. a. m.

Geographiſche Abteilung der Heſſiſchen Landesforſchung, Reichsarbeitsgemeinſchaft für Raumforſchung.

Prof. Dr. F. Klute.

Erde und Menſch in ihren Wechſelbeziehungen oder im engeren Raum Landſchaft und Volk in ihrer Verbundenheit zu unterſuchen, iſt Aufgabe der Erdkunde. Sind dieſe Arbeiten, auf den Heſſiſchen Raum gerichtet, an ſich im Geographiſchen Inſtitut bearbeitet worden, ſo iſt ſeit 1928 in der Heſſi⸗ ſchen Landesforſchung eine Arbeitsgemeinſchaft entſtanden, die auf breiterer Grundlage mit Unterſtützung des Jubiläumsfonds der Gießener Hochſchul⸗ geſellſchaft die Forſchungen fortſetzte und das Gleiche iſt durch die Reichs⸗ arbeitsgemeinſchaft für Raumforſchung an der Univerſität Gießen angeſtrebt, wobei im letzteren Falle die Blickrichtung mehr auf das Praktiſche gelenkt war.

Die Geographiſche Abteilung der Heſſiſchen Landesforſchung ſtellt aus: 1. Haar⸗ und Augenfarbe der Schulkinder in Oberheſſen, und in Bildern Volkstypen aus Oberheſſen mit ihrem vorwiegenden Raſſeneinſchlag ſowie Landſchaftsbilder, ländliche und ſtädtiſche Siedlungen. Die Unterſuchungen über Haar⸗- und Augenfarbe der Schulkinder ſind auch für Starkenburg und Rheinheſſen durchgeführt, das Material iſt noch unveröffentlicht. Sie zeigt, daß dieſe geſchloſſenen Gebiete mit einheitlichem Vorwiegen eines Komplexes, was auf hiſtoriſche Urſachen ſchließen laſſen könnte, nicht vor⸗ handen ſind. 2. Bodenklimakarte von Oberheſſen, 3. von Starkenburg und 4. von Rheinheſſen. Um den Ackerertrag in früheren Zetien feſtzuſtellen, ſind die alten Grundſteuerreinerträge in ganz Heſſen feſtgeſtellt und ihre Ab⸗

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