In und um Giohen
Wie nur wenige Universitätsstädte ist Gießen mit seiner UImgebung verbunden. Doch trifft das nicht allein auf das landschaftliche Ge- präge zu, sondern vielmehr noch auf den Aufweiß lebendigen Gleich⸗ klangs und Verbundenheit historischen Schicksals. Ein Rundgang durch Gießen mit einem Blickwurf auf die nähere Umgebung wird einer Fülle von markanten und schönen historischen Plätzen begegnen, die in beider Hinsicht diese Behauptung rechtfertigen. Wenn auch die Ungleichheit des Lebensstoffes natürlich vorhanden ist, die Gleich⸗ heit des Geistes und der Gesinnung drängt zur Gemeinsamkeit und zur Einbeit und erhält ihren lebendigen Xusdrud in den historischen Denkmälern der Stadt und der Umgebung, die Symbole für beide sind: für Stadt und Land.
Zusammengedränst auf einen verhältnismäßig kleinen Raum findet der Besucher von Gießen die Perlen der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Innerbhalb der vier, heute mit Recht wieder Wälle genannten Rundstraßen, im Kern der Stadt und der alten Festung Gießen treffen sich auf dem Marktplatz die vier kreuzförmig laufenden alten Hauptstraßen, jede mit zwei Oktroi-Häuschen versehen und so noch auf den alten Charakter der Siedlung hinweisend: Selterswveg und Walltorstraße(früher Waldtor) etwa von Süden nach Norden ver- laufend, und Neue Bäue und Neustadt etwa von Osten nach Westen gerichtet. In den von diesen Straßen gebildeten Sektoren, besonders aber in den beiden nördlichen, befinden sich die wichtigsten Sehens- würdigkeiten.
Schon am Marktplatz fällt die alte Hirsch-Xpotheke ins Xuge, ein wundervolles Pachwerkhaus und gleichzeitig das älteste Gebäude in Gießen. Ebenfalls auf dem Marktplatz erhebt sich das Alte Rathaus, ein Bau aus dem 16. Jahrhundert, mit der für die hessi-⸗ schen Rathäuser typischen Vorhalle. UÜberhaupt bietet der ganze Marktplatz mit seinen zahlreichen Hachwerkbauten ein wundervolles Bild. Sich von hier aus gegen Norden wendend, stößt man auf die Stadtkirche, deren an die Kirche angebauter Turm noch z. I. ein
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