Moritz Pasch zum achtzigsten Geburtstag am 8. November 1923.
„Zwei Punkte“, heißt'’s,„bestimmen eine Strecke“. Darf ich an seinem Ehrentag es wagen,
Der Axiomatik Klassiker zu sagen,
Was ich für ihn in diesem Satz entdecke?
Der Weg, den Du rückschauend heut betrachtest Bis hin zu Deiner Jugend schweren Zeiten,
Er folgt auch ewigen Notwendigkeiten
Wie die, zu deren Deuter Du Dich machtest.
Denn, wo ein anderer sich krümmend windet Im Dickicht der verschlungnen Lebenspfade, Du zeichnest Deinen unverrückbar grade: Die Linie, die Geist und Herz verbindet.
Denken und Wollen ist Dir eine Einheit,
Nur höchste Klarheit durfte Dir genügen.
Es hielt Dich über allen Lebenslügen
Des Geistes Schärfe und des Herzens Reinheit.
Wer kann an seinem Abend mehr verlangen, Als daßs sich seines Tages Werk ihm male
Vom ersten Dämmern, wo es angefangen,
In einem einz'’gen ungebrochenen Strahleb
Wir andern, die in Wirrnis und Getöse
Auf Deinem Weg zu wandeln nicht vermochten,
Mit andern Waffen als mit Deinen fochten, Wir beugen uns vor Deiner stillen Größe.
Georg Honigmann. ◻●


