9. So nimm ihn hin, dein Haupt will ich bedecken und drauf den Schläger ſtrecken: es leb auch dieſer Bruder hoch! ein Hundsfott, wer ihn ſchimpfen ſoll! So lange wir ihn kennen, woll'n wir ihn Bruder nennen; es leb auch dieſer Bruder hoch!
10. Ruhe von der Burſchenfeier, blanker Weihedegen nun! Jeder trachte, wackrer Freier um das Vaterland zu ſein! Jedem Heil, der ſich bemühte, ganz zu ſein der Väter wert; keiner taſte je ans Schwert, der nicht deutſch iſt von Geblüte.
Inoffizieller Teil.
Trinklied.
1. Kommt, Brüder, trinket froh mit mir, ſeht wie die Becher ſchäumen! Bei vollen Gläſern wollen wir ein Stündlein ſchön verträumen! Das Auge flammt, die Wange glüht, in kühnern Tönen rauſcht das Lied, ſchon wirkt der Götterwein, ſchenkt ein! ſchenkt ein! Schon wirkt der Götterwein! Schenkt ein!
2. Doch was auch tief im Herzen wacht, das will ich jetzt begrüßen. Dem Liebchen ſei dies Glas gebracht, der Einzigen, der Süßen. Das höchſte Glück für Menſchenbruſt, das iſt der Liebe Götterluſt, ſie trägt auch himmelan! Stoßt an!
3. Ein Herz, in Kampf und Streit bewährt bei ſtrengem Schickſalswalten, ein freies Herz iſt Goldes wert, das müßt ihr feſt erhalten. Vergänglich iſt des Lebens Glück, drum pflückt in jedem Augenblick euch einen friſchen Strauß! Trinkt aus! Trinkt aus! Euch einen friſchen Strauß! Trinkt aus!
4. Jetzt ſind die Gläſer alle leer; füllt ſie noch einmal wieder! Es wogt im Herzen hoch und hehr— ja wir ſind alle Brüder, von einer Flamme angefacht— dem deutſchen Volke ſei's gebracht, auf daß es glücklich ſei und frei, und freil! Auf daß es glücklich ſei und frei!
Theod. Körner.
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