Druckschrift 
Fünfzundsechzigstes Stiftungsfest der Gießener Burschenschaft Alemannia, 22.-25. Juli 1927 : [Kommerslieder] / [Gießener Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
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2. Freiheit, duftge Himmelsblume, Morgenſtern nach banger Nacht! Treu vor deinem Heiligtume ſtehn wir alle auf der Wacht. Was erſtritten unſre Ahnen, halten wir in ſtarker Hut! Freiheit ſchreibt auf eure Fahnen, für die Freiheit unſer Blut.:;. 3. Vaterland, du Land der Ehre, ſtolze Braut mit freier Stirn! deinen Fuß benetzen Meere, deinen Scheitel krönt der Firn, laß um deine Huld uns werben, ſchirmen dich von unſrer Hand; dein im Leben, dein im Streben, ruhmbekränztes Vater⸗ land!

4. Schwenkt der Schläger blanke Klingen, hebt die Becher, ſtoßet an! Anſer Streben, unſer Ningen, aller Welt ſei's kund⸗ getan. Laßt das Burſchenbanner wallen, haltet's hoch mit ſtarker Hand, brauſend laßt den Ruf erſchallen: Ehre, Freiheit, Vaterland! Rud. Baumbach. 1879

Am 26. November 1819.

Geſungen bei Auflöſung der Burſchenſchaft zu Jena 1819.

1. Wir hatten gebauet ein ſtattliches Haus:, und drin auf Gott vertrauet trotz Wetter, Sturm und Graus.:

2. Wir lebten ſo traulich, ſo innig, ſo frei,:: Dem Schlechten ward es graulich, wir lebten gar zu treu.:

3. Sie lugten, ſie ſuchten nach Trug und Verrat, ver⸗ leumdeten, verfluchten die junge grüne Saat.

4. Was Gott in uns legte, die Welt hat's veracht't,:,: Die Einigkeit erregte bei Guten ſelbſt Verdacht!

5. Man ſchalt es Verbrechen, man täuſchte ſich ſehr; Die Form kann man zerbrechen, die Liebe nimmermehr.

6. Die Form iſt zerbrochen, von außen herein,,: doch, was man drin gerochen, war eitel Dunſt und Schein.;:

7. Das Band iſt zerſchnitten, war Schwarz, Rot und Gold,;, und Gott hat es gelitten, wer weiß was er gewollt!:,

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