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Der akademische Forstgarten bei Gießen als Demonstrations- und Versuchsfeld/ von Dr. Richard Heß, o. ö. Professor der Forstwissenschaft an der Großh. Hess. Ludwigsuniversität und Director des akademischen Forstinsituts
Entstehung
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Diſtrikt V.

Flächengröße: 0,8349 ha Holzboden; 0,1435 ha Schneißen, Wege, Gräben;

0,9784 ha im ganzen.

Dieſer Diſtrikt iſt der forſtlichen Verſuchsanſtalt eingeräumt und teils der Anzucht ausländiſcher Holzarten gewidmet(Abteilung 2), teils dem Anbaue derſelben im Freien (Abteilungen 1, 3 und 4). Die erzogenen Pflanzen werden, da der Garten jetzt voll beſtockt iſt, an geeignete Oberförſtereien zur Anlage forſtlicher Anbauflächen, nach Maßgabe des Arbeitsplanes der deutſchen forſtlichen Verſuchsanſtalten, verabfolgt. Die im Garten angelegten Anbauflächen ſind teils zu Beobachtungen über das ganze Wuchsverhalten der Pflanzen, teils zu demonſtrativen Zwecken beſtimmt.

Abteilung 1. 7,79 ar.

Weymouthskiefern; Dreieckspflanzung, im Frühjahr 1884 mit 1 jährigen Pflanzen in 1 m Abſtand ausgeführt. Im ganzen 683 Pflanzen.

Durchſchnittsalter(1889): 7 Jahre.

Kulturkoſten: 6,40 M. oder ca. 94 Pf. pro Hundert. Hiervon kommen 63% auf das Löchermachen, bezw. Lockern der Pflanzſtellen und 37% auf das Pflanzen(mit dem Setzholze). Zur Beſeitigung der Bodenfeuchtigkeit, an welcher die Pflänzchen noch jetzt zumal an der eingeſenkten Stelle leiden, wurden 1889 drei Schlitzgräbchen in der Richtung des natürlichen Gefälles angelegt.

Abteilung 2. 26,61 ar(inkl. 6,12 ar Wege).

Ständiger Saat⸗ und Pflanzkamp der forſtlichen Ver⸗ ſuchsanſtalt, in 4 Unterabteilungen à 44 Beete von 8 m Länge und 1 m Breite zerfallend; im ganzen alſo 176 Beete.

Die Anlage erfolgte im Herbſt 1882 durch gründliche und tiefe Rodung; auf dem Vierteil, welches den ſtrengſten Boden ent⸗ hielt, wurde(1883) Kartoffelbau betrieben. Behufs Milderung des bindigen Bodens fand(1886) auf dem zweiten Vierteil Mengung der Erdkrume mit Raſenaſche und Chauſſeeerde ſtatt, während auf das dritte Vierteil(1889) ca. 10 cbm Sand aufgebracht und mit dem gewachſenen Boden innig vermengt wurden.