Druckschrift 
Lieder, gesungen auf dem Fest-Commers zur Feier der 50jährigen Vereinigung der Forstlehr-Anstalt mit der Landes-Universität, Mittwoch, den 15. Juni 1881, in Wenzels Garten
Entstehung
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Stoßt an! Freies Wort lebe! Hurrah hoch! : Wer die Wahrheit. kennet und ſaget ſie nicht, Der bleibt fürwahr ein erbärmlicher Wicht. Frei iſt der Burſch!

Stoßt an! K ühn ne That lebe! Hurrah hoch! Wer die Folgen ängſtlich zuvor erwägt, Der beugt ſich, wo die Gewalt ſich regt. Frei iſt der Burſch!:,:

Stoßt an! Burſchenwohl lebe! Hurrah hoch! *; Bis die Welt vergeht am jüngſten Tag, Seid treu, ihr Burſchen, und ſinget uns nach: Frei iſt der Burſch!:,

III.

An den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein, Mein Sohn, ich rathe dir gut; Da geht dir das Leben zu lieblich ein, Da blüht dir zu freudig der Muth!

Siehſt die Mädchen ſo frank und die Männer ſo frei, Als wär' es ein adlig Geſchlecht; Gleich biſt du mit glühender Seele dabei. So dünkt es dich billig und recht.

Und zu Schiffe, wie grüf ßen die Burgen ſo ſchön Und die Stadt mit dem ew'gen Dom! In den Bergen, wie klimmſt du zu ſchwindelnden Höh'n Und blickeſt hinab in den Strom!

Und im Strome, da tauchet die Nix' aus dem Grund, Und haſt du ihr Lächeln geſeh n, Und ſang dir die Lurlei mit bleichem Mund, Mein Sohn! ſo iſt es geſcheh'n.

Dich bezaubert der Laut, dich bethört der Schein, Futzücfen faßt dich und Graus. Nun ſingſt du nur immer: Am Rhein, am Rhein, Und kehrſt nicht wieder nach Haus.