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Die Entwickelung des Studiums der Veterinärwissenschaft an der Landesuniversität Gießen : ein Nachwort zu meiner "Festschrift" vom 25. Mai 1902 / von Professor Dr. M. Biermer
Entstehung
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Kürzlich iſt das neue Perſonalverzeichnis unſerer Landes⸗ univerſität Gießen erſchienen. Da ich mich bereits früher als Statiſtiker mit der Entwickelung der Univerſitätsfrequenz be⸗ ſchäftigt habe, will ich ein Kapitel aus den früheren Erörte⸗ rungen herausgreifen und etwas näher betrachten. Ich wähle aus naheliegenden Gründen die mediziniſche Fakultät, über deren Entwickelungstendenzen die Meinungen damals, als ich dieſe Frage anſchnitt, weit auseinandergingen. Die Stellung der mediziniſchen Fakultät zu den übrigen Fakultäten und zur Geſamtuniverſität geht aus folgenden Zahlen hervor. Im Sommerſemeſter 1903 ſind in Gießen insgeſamt 1092 ordent⸗ liche Hörer immatrikuliert. Dieſe Geſamtzahl verteilt ſich auf die vier Fakultäten, wie folgt:

Theologiſche Fakultät 74 Juriſtiſche Fakultät 198 Mediziniſche Fakultät 335 Philoſophiſche Fakultät 485

Von den 1092 Immatrikulierten ſind 407 Nichtheſſen, das ſind 37%. Die theologiſche Fakultät hat 5 Nichtheſſen, das ſind 7%, die juriſtiſche 26, das ſind 13%, die philoſo⸗ phiſche 128, das ſind 26%, und die mediziniſche 224, das ſind 67%.,. Alſo der der mediziniſchen Fakultät zuge⸗ hörenden Studenten ſind Nichtheſſen. Von den 407 Nicht⸗ heſſen aller Fakultäten kommt alſo die größere Hälfte auf die mediziniſche Fakultät.

Da der Frequenzaufſchwung der Univerſität Gießen aus⸗ ſchließlich von ihrer Anziehungskraft auf reichsdeutſche, nicht⸗ heſſiſche, Elemente abhängt, denn Ausländer hat Gießen nur 55 ſo iſt die mediziniſche Fakultät der wichtigſte Faktor