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Scheinmanöver als treibende Kraft, als perſönlich intereſſierter Kandidat, der à tout prix deutſcher Univerſitätslehrer werden will, geſtanden hat. Aus dieſer Auffaſſung heraus mußte ich in erſter Linie die perſönliche Seite der Angelegenheit be⸗ tonen. In keiner Polemik, in die ich bisher verwickelt worden bin— meiſtens ohne mein Zutun— bin ich ſo perſönlich ausfallend geworden, wie hier. Nur mit innerem Widerwillen habe ich mich deswegen entſchloſſen, dieſe Blätter mit ihrem ſtreitbaren Inhalt der öffentlichkeit zu übergeben. Es war aber höchſte Zeit, daß dieſen Quertreibereien und Intriguen gegenüber ein kräftiger Riegel vorgeſchoben wurde.—
Ich habe nun Alles in zwei durchwachten Nächten mir vom Herzen heruntergeſchrieben, was ich zur Abwehr ſagen durfte und auszuſprechen für unbedingt unerläßlich hielt. Ich erkläre aber ausdrücklich, daß ich mich auf eine weitere Polemik der Art nicht mehr einlaſſen kann, mögen die Herren Ruhland und Genoſſen nun antworten, ſchimpfen und drohen, wie ſie wollen. Ich habe genug von der Geſellſchaft. Es hat faſt den Anſchein, als ob es lokal mit Gießen zuſammen⸗ hänge, daß der Kampf zwiſchen„Köhlerglauben und Wiſſen— ſchaft“*), der ſchon vor einem halben Jahrhundert die Druckerpreſſe in Bewegung geſetzt hat, immer wieder gerade von dort aus ausgetragen werden müſſe. Nur eine„Ruhland⸗ Säule“, die„manteltragende“ Heldenfigur, fehlt uns Gießenern noch. Sie muß noch erſt ausgehauen werden!
*) Karl Vogt,„Köhlerglaube und Wiſſenſchaft“. Gießen, 1855.
Hof⸗ und Unſverſitätsdruckerei Otto Kindt, Gießen,


