gelangen, unterſucht Ruhland die Entwickelungsgeſchichte von 13 Völkern, welche waren, groß geworden ſind und dann zu Grunde gingen. An dieſen Leichen auf dem Seziertiſch der Geſchichte ſollen die wiſſenſchaftlichen Studien gemacht werden, welche Aufſchluß darüber geben: an welcher eigentlichen Krank⸗ heit die Völker zu Grunde gehen? welche Symptome dieſen Erkrankungs⸗ und Abſterbeprozeß der Völker begleiten? welche eigentlichen Urſachen dieſer Krankheit zu Grunde liegen? und mit welchen Mitteln allein ein von dieſer Krankheit befallener Volkskörper geheilt werden könne? Hier handelt es ſich nicht um„relative Löſungen“ der ökonomiſchen Probleme, hier handelt es ſich endlich einmal um eine durchgreifende Heilung von innen heraus, die viel zu ausſchließlich vom Ganzen des Volkskörpers ausgeht, als daß ſie als einſeitige Intereſſen⸗ politik bemängelt werden könnte. Und das iſt der Punkt, wo die Ruhland'ſchen Ausführungen mit Quesnay zuſammen⸗ treffen. Denn auch Quesnay iſt von der prinzipiellen Frage ausgegangen:„Wie muß die wirtſchaftspolitiſche Ordnung eines Volkes beſchaffen ſein, um ein Volk auf gutem Boden unter günſtigen klimatiſchen Verhältniſſen vor Not zu be⸗ wahren?“ Er hat darüber gewiß Vieles geſchrieben, das uns heute unverſtändlich klingt. Andere Zeiten, andere Verhält⸗ niſſe, andere Ideen. Er hat aber auch ſehr Vieles von dauerndem Werte geſchrieben, was dem Verfaſſer des betr. Artikels über die lex Köhler⸗Langsdorf ſchon deshalb unbekannt geblieben iſt, weil er nicht einmal weiß, daß neben Ruhland und ſogar ſchon früher als dieſer auch Prof. Auguſt Oncken in Bern und ſelbſt noch andere Gelehrte auf dieſe dauernd richtigen Sätze der Quesnay'ſchen Auffaſſung zurückgegriffen haben bezw. zurückgreifen. Wenn man aber über dieſe neue Richtung ſo wenig orientiert iſt, dann ſollte man es vermeiden, durch lange Artikel über dieſes Thema auf die öffentliche Meinung einwirken zu wollen.
Der Artikel gegen die lex Köhler⸗-Langsdorf bringt in ſchwer erſichtlichem Zuſammenhange das Citat:„Daß die


