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Wald-Fest zur Feier der Immatrikulation des 1000. Studenten an der Universität veranstaltet von der Stadt Giessen im Philosophenwald am 2. Juli 1902
Entstehung
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S⸗ E

(las fang' ich armer Seufel

M Nas fang' ich armer Teuf an? Die Gelder ſind verzehret; mein Hab' und Gut iſt all' verthan, der Beutel ausgeleeret; Und daraus folgt der harte hluß, daß ich nun weiter wander muß. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!

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Und Wäſche hab' ich auch nicht mehr, Hemde, das thut mir in der Seele weh und fremde. Ein'n alten Gottfried hab' ich noch, der hat am großes Loch. O jerum, jerum etc.

In meiner Stub' iſt alles leer, da iſt nichts mehr zu finden als nur ein altes ordgewehr, das will ich um mich binden und

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will damit nach Gießen zieh'n, vielleicht wird da mein blüh'n. O jerum, jerum etc.

Ich zog in Gießen ein bedrückt, doch hob mein Mut ſich plötz bunten Fahnen war's geſchmückt, das lacht' mich an ergötzl dchen grüßten mich gar hold, ich wußte gar nicht, was d

d jerum, jerum etc.

Zur Alma Mater eilte ich, ſie kam mir ſchon entgege grüßte mich ganz mütterlich und gab mir ihren Segen, ſie ſchenkt mir'ne Matrikel ſchön, wie ich ſie niemals noch geſeh'n. O jerum etc.

Das ſchlechte Leben hat ein End' nun, lieber Sohn, genommen, du biſt der tauſendſte Student, ich heiße dich willkommen! Zum Zeichen meiner großen Gunſt haſt alles Bier du hier umſunſt. O jerum etc.

Nun iſt mir kannibaliſch wohl, ich fahr' blos noch mit Vier und mein berühmtes Abbild ſoll'ne Weltpoſtkarte zieren mich examinieren kann, der rechnet ſich's zur Ehre an. O jerum ctc.

Man ſieht, ſtudieren iſt famos: Aus uns kann alles werden! Dem Studio blüht das ſchönſte Loos, das ſchönſte Loos auf Erden. D ht d hönſte Loos⸗ s auf

Drum vivat academia! Es lebe unſ're alma ma! Wir wollen hoch

ſie halten! Wir wollen hoch ſie halten!

KIEOT, àIESEN.