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Abgefaßtes Programma Und Vortrag, Wie solche Nach geändigter Hoch-Fürstl. Hessen-Darmstädtischen Commission, Wegen einiger zwischen dasigen Herren Theologen enstandenen Mißhelligkeiten, Domin. Sexag. resprectivè offentlich angeschlagen, und von allen Cantzeln abgelesen worden, zu Giessen in Hessen
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ſonderlich hat ſich ein jediveder zu huͤten/ daßler ja nicht die jenige/ welche ſich der Welt entziehen/ und mit ihr in das wuͤſte unordentliche Weſen/ als Petrus 1. Epiſt. IV. 4. ſaget/ nicht wollen hinein lauffen/ vor Neulinge/ Schein⸗ und Werck⸗Heilige halte/ oder ſie mit dem nichtigen Nah⸗ men der neuen Secte und Pietiſten belege/ als welchen ohne dem Ihro Hoch⸗Fuͤrſtl. Durchl. Unſer gnaͤdigſten Landes⸗ Herꝛ weder heimlich noch oͤffentlich wollen genannt wiſſen/ ſondern ein jedweder an ſolcher Leute Exempel lerne der Heiligung deſto eiffriger nachzujagen/ weil ja ohne dieſelbe niemand den HErrn in jener ſeligen Ewigkeit ſehen wird/ Ebr. Xll, 14. Viel⸗ weniger darff ſich niemand an dem bißhero alle Sonntage nach vollbrach⸗ tem ordentlichen Goutesdienſt in der Burg⸗Kirchen gehaltenen und noch fortwaͤhrenden Collegio Biblico und Piatatis aͤrgern/ maſſen ſolches eine in Goͤttlicher Schrifft vergoͤnnete heilige Arbeit iſt/ der ein jedwer/ wel⸗ cher es zu ſeiner Erbau⸗ und Staͤrckung noͤthig befindet /ohne alles Beden⸗ cken beywohnen darff/ wie dann ſolches nach der vormahls ergangenen Hoch⸗Fuͤrſt!: Verordnung allerdings bleibet/ wiewohl Ihro Hoch⸗Fuͤrſtl. Durchl. Ihnen die Aenderung der Arth und Weiſe/ der Zeit und anderer Umſtaͤnde billich vorbehalten. So dienet auch noch zu erinnern/ daß wann etwa zuweilen bey Gelegenheit eines Bibliſchen Textes/ von denen Lehrern und Predigern ſolte derer Quacker/ Enthuſiaſten/ Schwermer und ande⸗ rer Ketzer gedacht/ ſie widerleget und dafuͤr gewarnet werden/ niemand un⸗ ter denen Zuhoͤrern ſolches auff einige Perſohnen oder Lehrer die in hieſigem Orth und Landen an Kirchen oder Schulen ſtehen/ und ſich zu uns beken⸗ nen/ doͤrffe außdeuten/ als waͤren ſelbige darunter gemeinet/ ſondern es ge⸗ het ſolches auf die Leute/ welche ſich von der Kirchen abgetrennet und außer Goͤttl. Wort und denen geordneten Gnaden⸗Mitteln/ welche ſie verachten// einen andern Weg der Seligkeit wehlen wollen/ die aber billich von denen Recht⸗Glaubigen verworffen wer⸗ den. Endlich haben wir alleſamt dem Gott des Friedens und Vater der Barmhertzig⸗ keit demuͤthigſten Danck zu ſagen/ daß Er bißhero unſere Kirche und Landen vor Ir: thum und Verwirrung gnaͤdiglich beſchüͤtzet/ auch jetzo aufs neue dieſelbige bernhiget hat/ Er wolle mit ſolcher Gnade beſtaͤndig uͤber ſein Zion/ abſonderlich in dieſem Fuͤr⸗ ſtenthum und Landen fortwalten/ und das Wort ſeiner Warheit an Lehrern und Zuhdoͤ⸗ rern uͤberall kraftiglich ſegnen. Inſonderheit wolle er unſern Durchl. Landes⸗Fuͤrſten in der hoͤchſtruͤhmlichen Sorgfalt und Wachtſamkeit vor die Beforderung der Ehre Gottes/ und Derer anvertrauten Unterthanen zeitlichen und ewigen Heils ſtaͤrcken⸗ auch Deſſelben nebſt der Durchl. Gemahlin Erb⸗Printzen/ und anderer Hoch⸗Fuͤrſtl. Angehoͤrigen/ auch gantzen hohen Hauſes Schild und ſehr groſſer Lohn ſeyn. Er der HErnz unſer Gott wolle mit ſeinem Segen ja nicht von dieſer lobl. Univerſitaͤt weichen/ ſondern dieſelbe als einen geheiligten Pflantzgarten erhalten/ deſſen ſich alle Staͤnde zu erfreuen und ſeiner zu genieſſen haben. Ja er ſegne dieſe Stadt und gantzes Land geiſt⸗ lich und leiblich/ zeitlich und ewiglich/ und heilige uns alleſampt in ſeiner Warheit/ſein Wort iſt die Warheit/ Amen. Welches auf Hoch⸗Fuͤrſtl. gnaͤdigſten Befehl Ew. Liebe hat ſollen vermeldet werden. Geſchehen Girſſen den 19. Febr. 1693. 5 8(0) KS

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