Druckschrift 
Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung : Gießener Verkehrshandbuch / [Hrsg.: Hermann Oesterwitz]
Entstehung
Seite
284
Einzelbild herunterladen

Wanderungen durch die nähere Umgebung.

man, die Landstraße kreuzend, in kurzer Zeit nach der Baden- burg, einem schön an der Lahn gelegenen Punkt.(Haltestelle der Main-Weser-Bahn für einzelne Züge nach Bedarf.)

Auch von Gießen aus ist die Badenburg auf verschiedenen Wegen erreichbar(1 Stunde):

1. Feldweg links von der Marburger Land- straße jenseits der letz- ten Häuser, dem neuen Friedhof entlang, dann rechts halten und im allgemeinen der Bahn- richtung folgen. Es ist der uralte Verkehrs- weg zwischen Ham- burg und Basel, jetzt aber kaum für Acker- fuhrwerk brauchbar.

2. Die Marburger Straße bis nahe vor (links) der Wellersburg, dann links den Feld- weg.

3. Von der Schwarzlach bis zum Bahndamm, durch den Viadukt bis zu den Felsen und dann rechts weiter immer zwischen Lahn und Bahndamm.

Die Badenburg ist ein alter, jetzt meist zerfallener Herrensitz und war nie eigentliche Ritterburg. Die geschicht- lichen Notizen darüber sind sehr dürftig. 1385 befreite Land- eraf Heinrich VII. dem Johann von Weitershausen sein neu erbautes Haus Badenburg und belehnte ihn damit nebst 5 Hufen Landes.

Die Familie von Weitershausen oder Weitols- Mamsen, een. Schrautenbach, Folien um Besiv des Schlosses bis 1820. Es war seinerzeit sehr kostbar eingerichtet: in J. J. Winkelmanns hess. Chronik 1697 heißt es von demselben: „An einer Waldecke liegt das mit schönen künstlichen Gemälden und Feldschlachten geziertes Haus Badenburg, denen von Schrau- tenbach zuständig“. Aber schon in der Mitte des vorigen Jahr- hunderts wurde von der Familie selbst, um das Pfandobjekt wertlos zu machen, alles Holzwerk, Fenster- und Treppensteine usw. ausgebrochen und verkauft. So entstand die Ruine und der zerstörende Feind war der Eigentümer selbst. Nur ein Teil ist wieder in leidlich wohnlichen Zustand gebracht. Das Anwesen mit Garten gehört seit 1820 der Gemeinde Wieseck und ist verpachtet. Leider ist der Garten durch die Eisenbahn quer zerschnitten.

Der Blick von der Ruine, die 1883 durch den Geschichts- Verein in Oießen vor drohendem Untergang bewahrt wurde, oder den oberen Fenstern des Wirtschaftsgebäudes ist sehr schön. Unmittelbar zu Füßen rauscht die Lahn, die oberhalb des Wehrs eine bewaldete Insel bildet und eine Ockermühle treibt.

Der Fußpfad nach Lollar am Bahndamm her ist nur bei ganz trockenem Wetter gangbar.

Restaurant Karlsruhe