Allgemeines.
#|Gießen, die Hauptstadt der Provinz Oberhessen,
%| Sitz der Landes-Universität des Großherzog- tums Hessen und Garnison des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm II. Großh. Hess. No. 116, liegt an der Lahn inmitten des über- aus anmutigen Chattengaues und zählt z. Z. über 30000 Einwohner. Die liebliche Um- gebung mit ihren endlosen Wäldern und roman- |{ tischen Burgruinen auf ragenden Höhen gibt ihr den Vorrang vor vielen Städten Deutschlands und ladet den Fremden ein, in der heiteren Musenstadt zu dauerndem Aufenthalt feste Hütten zu bauen. Gießen ist aber nicht nur Musenstadt, sondern auch ein in Handel und Industrie betrieb- samer Ort dazu.„Ernste Arbeit in Gewerbe und Wissenschaft— Lebensfreude in Natur und Kunst!“ sollte als Wahlspruch für Gießen gelten. Von Jahr zu Jahr sammelt sich die wißbegierige Jugend in größerer Anzahl aus allen Teilen unseres weiten Vaterlandes sowie aus dem Auslande zu den Füßen der alt- ehrwürdigen 300 jährigen Alma materLudoviciana. Die Universität gibt einen bedeutenden Faktor ab für das öffentliche Leben der Stadt. Die Lehrkräfte sind bedeutend vermehrt und die Studentenzahl steht bereits im zweiten Tausend.
Die innere Stadt besitzt eine ganze Reihe bemerkens- werter alter Häuser und man läßt es sich angelegen sein, sie würdig wieder herzu- stellen. Die hübsche, für Hessen so charakteristische
Holzkonstruktion vieler Bürgerhäuser kommt wieder zu Ehren, und wo ein Neu- bau entsteht, paßt er sich meist seiner Umgebung an. So erhält sich die Altstadt das ihr in früheren Jahren so eigentümliche Aussehen, obgleich die engen Straßen Alt-Gießens immer mehr verschwinden und ansehn- liche Handelsstraßen ent- stehen mit großstädtischem Anstrich und vornehmen, modernen Geschäftsläden.
Um den Kern der alten Stadt aber zieht auf den früheren Festungswällen ein } Se. Exc. Finanzminister Dr. Gnauth in Darmstadt Kranz herrlicher Anlagen,
Früherer Oberbürgermeister Ehrenbürger der Stadt Gießen,


