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Hochgeehrteſter Herr Präſident!
Unter den Beweiſen gütigen Wohlwollens, welche mir meine Amts⸗ brüder am Tage meiner 50jährigen Amtswirkſamkeit geben, erfreut mich das Andenken meiner hochverehrten Specialkollegen in Preußens welt⸗ berühmten Hauptſtadt ganz beſonders. Mit Bewunderung und Freude haben mich die großen Erfolge des geburtshülflichen Vereins, deſſen wür⸗ diger Präſident Sie ſind, erfüllt. Indem die hochanſehnliche Geſellſchaft die Bekanntmachung dieſer Erfolge der geburtshülflichen Monatsſchrift, deren Mitherausgeber zu ſein ich die Ehre habe, anvertraute, hat Sie das Band inniger geſchlungen, welches uns als Prieſter der Lucina vereinigt. Sie hat, durch Geſtattung meiner, freilich geringen, Mitwir⸗ kung dieſer Veröffentlichung, mir einen kleinen Antheil an dem Ruhm Ihrer Leiſtungen gewährt. Sie hat mich einſt zum Mitglied und nun ſogar zu Ihrem Ehrenmitglied ernannt. Sie wünſcht mir zu meinem glücklich erlebten Ehrentage durch Sie, hochgeehrter Herr Präſident, ſo herzlich Glück! Wie ſoll ich meinen Dank der Geſellſchaft ausdrücken? Geben Sie, Herr Präſident, demſelben Worte, beredte Worte, wie Sie ſolche zu ſprechen ſo hoch begabt ſind!
Vor dem Schluſſe meines Lebens hoffe ich noch Ihnen und den übrigen theuern Mitgliedern, ich darf ja ſagen, unſer's Vereins, die Hand zu drücken. Bis dahin bitte ich um die Erhaltung eines Wohl⸗ wollens, welches mich beglückt.
Gießen, am 5. Auguſt 1858.
Ihr dankbares, treues Ehrenmitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen.
Sr. Hochwohlgeboren dem Herrn Geheimen Sanitätsrath
Dr. Mayer zu Berlin, Präſidenten der Geſellſchaft für Geburtskunde daſelbſt.


