— 35—
von dem aber nur noch der Titel erhalten ist(vgl. Theon, Progymn. II, S8 ed. Walz, Rhet. Gr. I, 164).
Als Diener der röxzi wird Demetrios Von Phaleron¹) Alexander aufgefaßt haben. In seinem Traktat nämlich eot* vie röxi“(F. H. G. II, 368 frg. 19) schreibt er den Untergang des Perser- reiches dem Walten einer dunklen Schicksalsmacht zu, der Tyche, die entgegen der Berechnung menschlicher Klugheit in den Gang der Weltgeschichte bestimmend eingreift.
UÜberblick. Ganz deutlich steht in dieser Epoche das Bestreben im Vordergrund, Alexander zum Ritter ohne Furcht und Tadel zu machen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, erfindet man nach dem Vorbild der Theseus- und Achillessage das Amazonenabenteuer, läßt Dionysos einen Kriegszug gegen die Inder unternehmen, macht die Schlacht bei Issos und Gauga- mela zu einem gewaltigen Zweikampf des Makedonen- und Perserkönigs, betont immer und immer wieder die Ritterlichkeit Alexanders gegenüber der gefangenen persischen Königsfamilie u. dergl. mehr. Im Gegensatz zu der ersten Periode scheint die roupi Alexanders mit ihrer bösesten Offenbarung im Trunk ein neues beliebtes Thema gewesen zu sein, das vielfach zu ungunsten Alexanders behandelt wurde. Weniger scharf tritt die Apotheose des makedonischen Königs hervor. Selbst für polemische Zwecke findet sie keine Verwendung. Charakteristisch für dieses goldene Zeitalter der Alexanderpanegyrik ist die Tat- sache, daß der Tod des Kallisthenes, Kleitos und Parmenio von keiner Seite bestritten, als gerecht oder politisch notwendig dargestellt wird. Liebevoll sucht man seine Freude an langen Zechgelagen als„ναωρον eis ονι ε&τdςρονε zu interpretieren, eifrig ist man bemüht, jeden Schein eines asiatischen Despoten von ihm hinwegzunehmen, und überschwänglich preist man seine cagerif und sein Feldherrntalent. Gegenüber diesem mit dem Glorienscheine eines Heroen gezierten Makedonen vermag die
¹) Vgl. F. Rösiger, Die Bedeutung der Tyche bei den späteren griechischen Historikern, besonders bei Demetrios von Phaleron, Konstanz 1880; E. Rohde, Der griechische Roman und seine Vorläufer, Leipz. 1900, S. 299 ff. 3²*


