Jahrgang 
1911
Seite
326
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Ortsübl. Tagelöhne ꝛc. Armenpflege Bezirkseinteilung ꝛc.

Festsetzung der ortsüblichen Tagelöhne gewöhnlicher Tagearbeiter, sowie der Durchschnittswerte der Naturalbezüge.

Die ortsüblichen Tagelöhne gewöhnlicher Tagearbeiter sind für die Stadt Gießen wie folgt festgesetzt worden:

1. für männl. Pers. über 16 Jahren Mk. 3.00

2. weibl. 16 2.00 3. männkt. unter 16 0 1.50 weihl. 16 120

5. f.männl.u.weibl. Perslunt.16 Jahren Mk. O, S0 Die Durchschnittswerte der Naturalbezüge sind z. Zt. festgesetzt:

Wohnungen alleinstehender Betriebsbeam ten, Gewerbe- und Handlungsgehilfen, Dienst boten ꝛc. jährlich 72 Mk., Familienwohnung 180 Mk. Freie Kost für männliche und weib liche Personen: àa) Morgenkaffee 10 Pfg., b) Frühstück 15 Pfg., e) Mittagessen 45 Pfg., d) Vesper 10 Pfg., e) Abendbrot 30 Pfg.; volle Kost zusammen 1,10 Mk. oder jährlich rund 400 Mk. Heizung 20 Mk. Beleuchtung jährlich 10 Mk.

Ausübung der offenen Armenpflege.

S 1. In der Ausübung der Armenpflege wird die Armendeputation der Stadt Gießen unterstützt durch Bezirksvorsteher und Armen pfleger. Jeder stimmberechtigte und wahl fähige Einwohner der Stadt ist verpflichtet, die Wahl zu einem solchen Amte in der städtischen Armenpflege nach Maßgabe der Art. 112 und 113 der Städte-Ordnung an zunehmen.

S 5. Die Armenpfleger eines Bezirks treten regelmäßig alle 14 Tage einmal zur Bezirks

versammlung unter dem Vorsitze des Bezirks vorstehers zusammen.

§ 6. Jedes erstmalige Gesuch um Armen hilfe aus städtischen Mitteln muß mündlich bei dem Städtischen Armenamt vorgebracht werden.

Bei wiederholtem Unterstützungsgesuch hat sich der Hilfesuchende unmittelbar an seinen Armenpfleger zu wenden, welcher danach seinerseits den erforderlichen Antrag bei der Bezirksversammlung stellt.

Bezirkseinteilung, Bezirksvorsteher und Armenpfleger

I. Bezirk: Walltor und Marburger Straße. Bezirksvorsteher: Wilhelm Riebel, Zeugwart. Stellvertreter: Rehnelt, Friedr., Univ.ͤ Garten-Inspektor. Armenpfleger: Jakob Atzbach, Steinmetzmeister ö Fritz Flimm jr., Kaufmann Fritz Jung, Kaufmann Wilhelm Löber, Bäckermeister Theodor Loos, Kaufmann Louis Roloff, Oktroierheber. Armenpflegerinnen: ö Frau Sanitätsrat Dr. Haupt Ww.

Frau Fabrikant Fritz Egly. Bezeichnung der Straßen:

Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Hunds gasse, Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Land grafenstraße, Lindengasse, Lindenplatz, Marburger Straße, Ost-Anlage Nr. 315, Rodberg, Schloßgasse, Senckenbergstraße, Walltorstraße, Wiesecker Weg, Wiesenstr.

II. Bezirk: Altstadt und Ostend.

Bezirksvorsteher:

Adolf Schmidt, Agent. Stellvertreter:

Fritz Schmoll, Oberlehrer.

Armenpfleger: Louis Beil, Schreinermeister Dr. Albert Klein, Oberlehrer Dr. Georg Krausmüller, Oberlehrer Friedrich Leo, Rentner Richard Scharff, Privatier Karl Währum, Kassediener. Armenpflegerinnen: Frau Direktor Dr. Friedrich Quentell Frau Oberlehrer D'r. Ludwig Schön Ww. Bezeichnung der Straßen: Bergstraße, Diezstraße, Eichgärten, Erd kauterweg, Gartenstraße, Großer Stein weg, Gutenbergstraße, Hessenstraße, Kaiser Allee, Landmannstraße, Licher Straße, Ludwigsplatz, Moltkestraße, Nahrungs berg, Neuen Bäue, Ost-Anlage von Nr. 29 ab, Roonstraße, Schiffenberger Weg, Schul⸗ straße, Sonnenstraße von Nr. 1bis zur Schulstraße, Wolfstraße.

III. Bezirk Neuenweg und Südend.

Bezirksvorsteher:

Alexander Wilker, Rechnungsrat. Stellvertreter:

Heinrich Fourier, Geschäftsführer der

Ortskrankenlhasse.

Armenpfleger:

Ernst Challier jr., Musikalienhändler,