VI. Zur Geſchichte der Anſtalt. Schuljahr 1912/13.
Beginn: Montag, 15. 4. 12; Schluß: Samstag, 15. 3. 13.
1) Perſoualangelegenheiten. Herr Schulverwalter H. Sang mußte vom 1. 4. 12 an ſeiner militäriſchen Dienſtpflicht genügen. Seine Stelle wurde vom 15. 4. 12 ab durch Herrn Lehrer Georg Schaffnit definitiv beſetzt..
Herr Lehrer Schneider, der vom 10. 8. 11 an beurlaubt war, und auch im neuen Schul⸗ jahre von Frl. Clara Düſing vertreten wurde, trat am 1. 8. 12 in den Ruheſtand. Unter An⸗ erkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte wurde ihm das Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſt⸗ ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Bis zu den Herbſtferien wurde ſeine Stelle von Frl. Clara Düſing weiter verſehen. Durch Min.⸗Verf. vom 8. 9. 12 jedoch wurde Frl. Düſing mit Wirkung vom 1. 10. 12 zur Verwalterin einer Lehrerſtelle an der höheren Bürgerſchule zu Rüſſels⸗ heim ernannt, und auf Min.⸗Verf. vom 16. 9. 12 trat dafür Herr Referendar Heinrich Völker in das Kollegium ein.
Der Unterzeichnete war während der Sommerferien beurlaubt und wurde von Herrn Lehrer Schaffnit vertreten.
Herr Profeſſor Walger hatte zu einer Studienreiſe nach England vom 10. 7. 12— 20. 8. 12 Urlaub erhalten. Da die Sommerferien in die Reiſezeit fielen, war nur vom 10. 7.—17. 7. und vom 15. 8.— 20. 8. Vertretung nötig.
Ende Oktober 1912 feierte Herr Profeſſor Walger ſein 25jähriges Dienſtjubiläum, und am 21. 11. 12 konnte Frl. Stumpf auf eine 25jährige Tätigkeit ſeit ihrer definitiven Anſtellung in Groß⸗Gerau zurückblicken.
Herr Lehramtsaſſeſſor W. Klink wurde durch Min.⸗Verf. vom 29. 3. 12 zum Leiter der höheren Bürgerſchule in Reichelsheim ernannt, Herr Referendar H. Röder erhielt vom 1. 4 12 an Urlaub zur Übernahme einer Lehrerſtelle an der Mädchenſchule von Bartels und Bredenkamp in Bremen. Zur Fortſetzung ihres Vorbereitungsdienſtes wurden der Anſtalt zugewieſen vom 15. 4. 12 an Herr Referendar Emil Vogel und vom 10. 10. 12 an Herr Referendar Theodor Walger. Letzterer wurde jedoch bereits am 1. 11. 12 zur Vertretung des erkrankten Herrn Prof. Dr. Heil an die Liebigs⸗Oberrealſchule nach Darmſtadt berufen und kehrte erſt in den Weihnachtsferien hierher zurück. Herr Referendar Vogel wurde am 20. 2. 13 zu einer militäriſchen Uebung eingezogen.
Der Geſundheitszuſtand ließ bei Lehrern und Schülern viel zu wünſchen übrig. Am 3. 7. 12 ſah ſich Herr Lehrer Schwarz noch kurz vor den Sommerferien krankheitshalber veranlaßt, ſeinen Dienſt plötzlich zu verlaſſen. Leider fiel in dieſe Zeit zugleich die erſte Woche der Reiſe des Herrn Prof. Walger. Die Herrn Oberlehrer Schüler und Weide konnten nach den Herbſtferien infolge Erkrankung ihren Dienſt nicht aufnehmen Erſterer mußte bis 21. 10. 12, letzterer bis 27. 10. 12 vertreten werden. In den Weihnachtsferien erkrankte Herr Referendar Walger an Scharlach und konnte erſt am 24. 2. 13 wieder eintreten. Vom 6. 1. 13—22. 1. 13 mußte leider auch Herr Profeſſor Walger der Anſteckungsgefahr wegen der Schule fernbleiben. Seine Vertretung hatte Herr Referendar Vogel zum größten Teile übernommen. Am 20. 1. 13 wurden einer Maſern⸗ epidemie wegen die Klaſſen V, und Ve bis zum 5. 2. 13 geſchloſſen. Herr Lehrer Schaffnit und der Unterzeichnete, in deren Familien ebenfalls die Krankheit herrſchte, konnten ihren Dienſt auf ärztliche Erlaubnis hin weiterführen, doch wurden Zeichenſtunden, die den Lehrer in nahe Be⸗ rührung mit den Schülern bringen, in V—IIb vom 28. 1. 13—10. 2. 13 vermieden. Frl. Stumpf erkrankte am 14. 2. 13 und wurde durch die Herren Lehrer Schwarz und Schaffnit bis zu ihrem Wiedereintritt am 21. 2. 13 vertreten.
Am 1. 9. 12 ſtarb nach langem Leiden der Schüler der V. Georg Plöſer. Er war bereits am 16. 7. 12 krankheitshalber aus der Schule ausgetreten. Der Beerdigung, die in Darmſtadt erfolgte, wohnte Herr Lehrer Winter bei; die Anſtalt hatte ihrem lieben, ſo jung verſtorbenen Schüler einen Kranz gewidmet.„
Möge das kommende Schuljahr ruhiger verlaufen! 1 1
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