— 6—— 4
nichts anders, als Statthalter der fortbeſtehenden, aſſyriſchen Koͤnige waren, die ſich erſt vor Dejokes(Artaios) unter Arbianes, oder deſſen Vorgaͤnger, etwa 711 J. v. Cy. G. zu Anfange der Herrſchaft Aſarhaddon's unabhaͤngig machten ¹⁵⁹); denn auch Herodotos erwaͤhnt vor der Negierung des Dejokes keines mediſchen Koͤnigs, laͤßt aber nach deſſen Herrſchaft in der Erzaͤhlung von den Kriegen des Phraortes ²0) einen aſſyriſchen Koͤnig vorausſetzen, der, nach Judith I. ꝛc., kein anderer als Nabuchodonoſor ſeyn kann.
IV. Folglich waren die in der Bibel angeführten Koͤnige: Phul ²1), Tiglath⸗Pileſar 22), Salmanaſſar 23), Sanherib 24), wenn gleich beim Kteſias ganz andere Namen vorkommen, Vorgaͤnger des Sardana⸗ palos, in ſo fern er ein und dieſelbe Perſon mit Aſarhaddon ausmacht, aber nicht in ſo fern die Zerſtoͤrung Ninive's ſeiner Zeit untergeſchoben iſt.
V. Herodotos ²) gibt zwar fuͤr die Dauer der aſſyriſchen Herrſchaft uͤber das obere Aſien 520 Jahre an, ſagt aber keines⸗ wegs, daß er von der Regierung des Rinos an rechne; ſondern wir muͤſſen annehmen, daß er nur damit die Zeit ihres Herrſchens uͤber ganz Ober⸗Aſien beſtimmen wollte, welche alſo, bis zum Abfalle der Meder, von 1231— 711 J. v. Ch. G. zu begränzen waͤre; denn behaupten zu wollen, daß Ninos, der Gruͤnder des aſſyriſchen Reichs, nicht fruͤher als 1231 J. v. Ch. G. gelebt habe, würde, außer dem Kteſias, auch allen anderen fruͤheren Nachrichten, namentlich der bibliſchen Geſchichte von Abraham 2⁶) und dem Joſephos ²⁷) widerſprechen.
Kteſias irrt demnach in doppelter Hinſicht:
a. indem er, wie Diodoros ²⁸) erzählt, ſchon Ninos ganz Ober⸗Aſien erobern läßt, waͤhrend, nach Herodotos, daſſelbe erſt ſeit 1231 J. v. Ch. G. von den Aſſyriern beherrſcht wurde; 4
b. indem er die Eroberungen des Ninos uͤber ganz Vorder⸗ u. Klein⸗Aſien
19) Herod. I. 95. 3 23) 2 Kön. XVII. 3 ꝛc. 20) Joseph. Ant. 2⁰) Herod. I. 102. 24) 2 Kön. XVIII. 13 ec. 18d. I. 9 zc. 21) 2 Könige XV. 19 ꝛc. 25) Herod. I. 95. 28) Diod. II. 2.
22) 2 Kön. XV. 29 rc. 25) 1 Moſe XIV. 2-c.


