Jahrgang 
1854
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widerſprechenden Nachrichten in der Zeit einigermaßen zu vereinigen und zu erklären, ſo muß es uns immer deutlicher werden, daß feſte Zeit⸗Beſtimmungen hier nicht möglich ſind, und ſollten wir auch nicht zugeben wollen, daß, wie wohl Fiedler in ſeiner Geſchichte Altgriechenlands p. 292 mit Recht bemerkt, zur Zeit des Iphitos und Lykurgos noch Mythen vorwalten, und daß die Namen der älteſten Könige Sparta's(wie auch wohl ander⸗ wärts) nur Perſonificationen innerer Zuſtände und allgemeiner Beſtrebungen, Namen ohne Thaten ſeien, ſo müſſen wir doch immer eingeſtehen, daß uns hier durchaus die nöthigen Haltpunkte für eine ſichere Feſtſtellung der Zeiten abgehen und daß die Alten ſelbſt darüber im Unklaren waren und ſomit ihre Chronologie mit den Olympiaden wenig Sicherheit bietet.

Indeſſen die jetzt gewöhnliche Annahme iſt, daß Iphitos mit Lykurgos die Olympiſchen Spiele gegen 884 J. v. Chr. G. erneut habe, und dieſe Annahme ſtiützt ſich vorzüglich darauf, daß Koröbos in der 28. Olympiade darnach im Wettlauf den Sieg davon getragen und daß, nachdem ſein Name zuerſt als Sieger in ein Verzeich⸗ niß eingetragen worden, mit dieſer Olympiade, als der erſten, die Griechen ihre Zeitrechnung begonnen haben. Nach anderen Beſtimmungen hat man dieſe ſogenannte erſte Olympiade auf 776 J. v. Chr. G. feſt geſtellt, und rechnen wir dann 27 Olympiaden(108 Jahre) von da an zurück, ſo erhalten wir allerdings 884 Jahre v. Chr. G. für die Erneuerung der Spiele durch Iphitos: 776+ 108= 884.

Es bleibt uns demnach noch übrig, zu zeigen, auf welchen Nachrichten dieſe Annahme von dem Siege des Korö⸗ bos beruhe; und auch hier ſtoßen wir auf Dunkelheiten, und es iſt ſchwer, einen ſichern, feſten Boden zu gewinnen.

2) Des Koröbos Sieg in der 28. Olympiade nach des Iphitos Erneuerung der Feſtſpiele, 776 v. Chr. G.

Pauſanias ſagt(VIII. 26, 3. V. 8, 3.): Als die Olympiſchen Feſte durch die Erneuerung des Iphitos, nach einer langen Unterbrechung, wieder ihren Anfang nahmen, da wurden zuerſt nur Preiſe für den Wettlauf ausgeſetzt und in dieſem ſiegte Koröbos. Auf ſeinem Denkmale ſteht eine Inſchrift, welche ſeinen Sieg zu

Olympia als den erſten angibt, ſowie daß ihm ſein Grabmal auf der Gränze von Eleia errichtet ſei. Pau⸗ ſanias hält demnach den Koröbos für einen Zeitgenoſſen des Iphitos. Wenn aber Pauſanias(IV. 5, 4. und IV. 4, 3.) den Anfang des erſten Meſſeniſchen Kriegs in die Regierung der ſpartaniſchen Könige Alkamenes und Theopompos ſetzt, und zwar in das zweite Jahr der 9. Olympiade, das fünfte Jahr des zehnjährigen Athe⸗ näiſchen Archonten Aeſimedes, ſo geſchah dieſes etwa 33 Jahre nach der Olympiade des Koröbos(33 776=743), wie auch gewöhnlich angenommen wird, und doch ſtellt Pauſanias, wie oben bemerkt, den Iphitos und Lykurgos unter die Regierung des ſpartaniſchen Königs Ageſilaos, die ihren Anfang weit früher, etwa 956 v. Chr. G., nahm, ſo daß zwiſchen Theopompos und Ageſilaos eine lange Reihe von Jahren(an 200) vergangen ſein mußten, und mithin Koröbos, der kaum einige Decennien vor Theopompos lebte, unmöglich ein Zeitgenoſſe des Iphitos und Lykurgos ſein konnte.

Strabon ſagt nur(VIII. p. 355), daß Koröbos, der Eleier, in der erſten Olympiade im Rennen den Sieg davon getragen. Wenn aber Strabon bald darnach(p. 358) von dem König Pheidon von Argos redet, der Maaß und Gewicht erfunden, ſilberne und andere metallene Münzen zu Aegina(wie die Marmor melden), geprägt, Olympia erobert und den Eleiern die Aufſicht über die Spiele abgenommen(womit auch Herodotos VI. 127 übereinſtimmt), wenn ferner Pauſanias(VI. 22, 2) behauptet, Pheidon habe in der 8. Olympiade gemeinſam mit den Piſäern, die ihn gerufen, die Spiele angeordnet ¹0), und wenn die Marmortafeln den Pheidon

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