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Lykurgos Name auf einer Wurfſcheibe in Olympia eingegraben zu leſen(dieſelbe Wurfſcheibe, die auch Pauſa⸗ nias anführt, welche die allgemeine Waffenruhe mit den Geſetzen der Olympiſchen Spiele enthielt). Andere aber, ſagt er, welche die Zeit nach der Reihenfolge der ſpartaniſchen Könige berechnen, wie Eratoſthenes und Apollodoros, ſetzen ihn viele Jahre über die erſte Olympiade hinauf, und Timäos vermuthe, es habe in Sparta zwei Lykurgos gegeben und dem Einen würden, als dem berühmteſten, Beider Thaten zugeſchrieben, der ältere lebte nicht viel ſpäter als Homer, nach Anderen, habe er denſelben ſogar von Angeſicht gekannt(vergl. Strabon X. p. 481.); auch Xenophon(de republ. laced. 10.) weiſe bei Lykurgos auf ein hohes Alter hin, wenn er ſage, daß er Zeitgenoſſe der Herakliden geweſen;— die meiſten Geſchichtſchreiber geben eine andere Geſchlechtsfolge von Lykurgos: Der Dichter Simonides nenne den Prytanis, und nicht den Eunomos, ſeinen Vater; nach Andern aber war Soos ein Sohn des Patrokles(Prokles, vergl. Pauſanias III. 7, 2. und II. 36, 5.), ein Enkel des Ariſtodemos(des Urenkels von Hyllos); von Soos ſtammte Eurytion(Eurypon), von dieſem Prytanis, von Prytanis Eunomos, von dieſem, und zwar von ſeiner erſten Gemahlin, Polydektes, ſpäter von Dianaſſa Lykur⸗ gos, der alſo, wie Dieutychidas bemerke, im ſechſten Gliede von Patrokles und im eilften von Herakles ſtamme; nachdem ſein Vater Eunomos umgekommen und ſein ihm in der Herrſchaft nachfolgender Bruder Polydektes bald darauf geſtorben ſei, habe er die Regierung 8 Monate lang als Vormund(Prodikos) für den zu erwartenden Sohn ſeines Bruders übernommen, und als dieſer geboren worden, habe er ihn König Charilaos genannt(und nicht, wie Pauſan. Labotas, oder wie Herodotos: Leobotas).— Und ſo läßt ſich auch aus dieſen Nachrichten keine beſtimmte Zeit für den Lykurgos und noch weniger für den Iphitos gewinnen; denn die Regierungsjahre der ſpartaniſchen Könige ſtehen zu wenig feſt; und wenn Plutarchos(29.) ſagt, die Lykurgiſchen Geſetze wären 500 Jahre unverändert bis zur Regierung des Königs Agis gehalten worden, und wenn wir auch zugeben, daß die Regierung des Agis 427 J. v. Ch. G. begann, ſo würden für die Lykurgiſche Geſetzgebung über 900 Jahre v. Ch. G. herauskommen, was natürlich nur eine ſehr unbeſtimmte runde Zahl bleiben würde.— Etwas Beſtimmteres findet ſich vielleicht in der Aeußerung des Plutarchos über die Ephoren, indem er ſagt(Cap. 7.): Die Ephoren, und zwar Elatos und ſeine Collegen als die erſten, wurden etwa 130 Jahre nach Lykurgos unter dem Könige Theopompos ein⸗ geführt;— und wann dieſes, nach der gewöhnlichen Annahme, 760 J. v. Ch. G. geſchah, ſo gab Lykurgos ſeine Geſetze etwa 890 J. v. Ch. G., und dieſes würde dann auch mit Cicero in ſeiner Rede für den L. Flac⸗ cus 26. übereinſtimmen, wo er ſagt, daß die Lacedämonier ihre Lykurgiſchen Geſetze 700 Jahre lang unverän⸗ dert gehabt, bis ſie von Philopömen abgeſchafft und durch die Achäiſchen erſetzt worden ſeien;— die Abſchaffung erfolgte 188 Jahre v. Ch. G.+ 700= 888 J. v. Ch. G.
Phlegon aus Tralles(im zweiten Jahrh. n. Ch. G.) ſagt(Fragm. Phlegon. de Olymp. p. 98 ac. ſ. Euseb. Chron. I. p. 39.), Piſos, Pelops, Herakles hätten die Olympiſchen Spiele eingeführt, und Iphitos, ein Eleier, Lykurgos, ein Spartaner, und Kleoſthenes von Piſa hätten dieſelben, nach einer längeren Unterbrechung, auf die Weiſung des Delphiſchen Orakels wieder hergeſtellt, worauf die Eleier die Aufſicht der Spiele erhalten, und die Geſetze über die Feier der Spiele ſeien auf eine Wurfſcheibe eingeſchrieben worden(wie oben bei Pauſan. und Plutarchos bemerkt).— Eine weitere Zeitangabe finden wir aber nicht.
Strabon redet zwar(VIII. p. 358) ganz kurz von der Einführung der Olympiſchen Spiele durch Iphitos; aber den Lykurgos, als daran theilnehmend, nennt er nicht, und X. p. 481 und 82, wo er von der Abkunft des Lykurgos berichtet, ſagt er, daß er allgemein für den ſechſten Nachkommen des Patrokles(Prokles) gehalten werde(wie bei Plutarchos), und nennt auch Charilaos den nachgeborenen Sohn ſeines Bruders, des Polydektes; aber nähere Zeitbeſtimmungen finden wir weder über den Iphitos noch den Lykurgos.


