Jahrgang 
1850
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Vorträge einzelner Schüler in nachſtehender Ordnung: Ernſt Schierenberg, Ober⸗Primaner: Daß Vaterlandsliebe nur verbunden mit Frömmigkeit eine wahre Tugend ſei.(Eigene Arbeit.) Carl Larenz, Unter⸗Ouintaner: Der Fiſcher, von C. W. Ramler; Friedrich Engiſch, Ober⸗ Quintaner: Von des Kaiſers Bart, von Em. Geibel; Rudolph von Arnim, Ouartaner: Lützow's wilde Jagd, von Th. Körner; Julius Waldſchmidt, Quartaner: Der Trompeter an der Katz⸗ bach, von Jul. Moſen; Ferdinand Waldſchmidt, Quartaner: Harras, der kühne Springer, von Th. Körner; Auguſt Zander, Tertianer: Schwerting, der Sachſen Herzog, von K. E. Ebert; Carl Kleine, Ober⸗Secundaner: Joſeph Haydn, von A. F. E. Langbein; Emil Rade, Ober⸗ Secundaner: Der Wafeenſchmied der deutſchen Freiheit, von E. M. Arndt. Hierauf wurde geſun⸗ gen:Lebensluſt, Chorgeſang von Nägeli. Die Feſtrede des Herrn Oberlehrers Dr. Lambert gab eineUeberſicht der Fortſchritte der Naturkunde in den letzten zehn Jahren. Ein dreimaliges Sr. Majeſtät dem Könige dargebrachtesLebehoch, an welches ſich das VaterlandsliedHeil unſerm König Heil! anreihete, ſchloß die von einem zahlreichen Publikum beſuchte Schulfeier.

Der folgende Dienſtag, eingeleitet durch Geſang und Gebet, verbunden mit einer allgemeinen Anſprache an die verſammelten Schüler und dem Verleſen der Schulgeſetze, wurde der Prüfung und Aufnahme neuangemeldeter, ſowie der Nachprüfung und Verſetzung einiger älteren Schüler gewidmet.

Am Mittwoch, den 17. October, nahmen die Lehrſtunden ihren Anfang und wurden ohne weſentliche Störungen bis gegen das Ende des Jahres(22. December 1849) fortgeführt.

Mit dem Eintritt in das laufende Jahr 1850 erkrankte der größere Theil der Lehrer auf kürzere oder längere Zeit: ſo der Unterzeichnete vom 5. Januar bis zum 11. Februar; Herr Oberlehrer Graff vom 4. Februar bis zum 14. März; Herr Gymnaſiallehrer Rüttger vom 6. bis zum 12. März. Herr Profeſſor Dr. Schirlitz, welcher bereits am 19. December 1849 Un⸗ wohlſeins halber an der Wahrnehmung ſeines Berufes behindert war, mußte abermals vom 18. bis zum 28. Januar ſeine Lectionen ausſetzen, und nachdem er verſuchsweiſe wieder einige Stunden gehalten, wegen ſeines andauernden Krankheitszuſtandes von Ende Januar bis zum Schluſſe des Semeſters(22. März) ſeine Thätigkeit gänzlich einſtellen. Auch Herr Oberlehrer Dr. Lambert erkrankte am 31. Januar, ohne wieder in ſeine amtliche Wirkſamkeit eintreten zu können. Gleichzeitig wurden von den wenigen Lehrern, welche bei den geſteigerten Anforderungen bereits ungewöhnlich in Anſpruch genommen waren, zwei andere in Folge beſonderer bürgerlicher Verpflich⸗ tungen ihrer amtlichen Berufsthätigkeit entzogen, nämlich: vom 29. Januar bis zum 2. Februar Herr Profeſſor Dr. Kleine, welcher zur Wahl für das deutſche Volkshaus nach Altenkirchen reiſte, und vom 16. Februar bis zum 4. März Herr Oberlehrer Dr. Fritſch, der als Geſchworener nach Neuwied berufen wurde.

Das Zuſammentreffen dieſer die Anſtalt in ſo außerordentlicher Weiſe berührenden Ereigniſſe giebt einen Maßſtab an die Hand, die Schwierigkeiten zu würdigen, welche das Lehrercollegium bei Verfolgung ſeiner Aufgabe, den Semeſtercurſus entſprechend durchzuführen, nach allen Seiten hin zu überwinden hatte.