der Blüthe der Jahre den Folgen der Abzehrung; Beide haben— das iſt der Troſt der Hinterbliebenen— während ihrer kurzen Pilgerſchaſt auf Erden mit Treue und Eifer nach Dem getrachtet, was droben iſt; Beide haben daher auch — der freudigen Zuverſicht leben wir— die Stätte gefunden, welche der Herr den Seinen verheißen hat. Am 23. October 1844, Abends 11 Uhr, ſtarb der Secundaner Wilhelm Korff, aus Kirchen an der Sieg, in dem Hauſe ſeiner Verwandten hierſelbſt, 16 ¼ Jahr alt. Die öffentliche Beſtattung deſſelben erfolgte unter dem Geleite der Lehrer und Schüler, welche die ſterbliche Hülle ihres jugendlichen Freundes zu Grabe trugen, am 27. d. M., Morgens 9 Uhr. — Der Primaner Guſtav Neuhoff, aus Altenkirchen, war, bereits ziemlich ſtark angegriffen, am Schluſſe des Winter⸗ Semeſters zu ſeinem Bruder in Lutzerath abgereiſt, wo er am 27. Mai d. J., Morgens 1 Uhr, in einem Alter von 19 Jahren und 7 Monaten ſanft und ſchmerzlos verſchied. Auf die hierſelbſt eingetroffene Trauerkunde wurde am 2. Juni, Morgens 8 Uhr, eine dem Andenken des Entſchlafenen gewidmete Gedächtnißfeier, in Gegenwart ſämmtlicher Schüler und unter Betheiligung des Lehrercollegiums, abgehalten.
Doch neben dem Schmerzlichen hat die Anſtalt auch Erfreuliches mitzutheilen.
Es iſt dieß zunächſt der Eintritt des Herrn Daniel Rüttger, welcher(wie bereits das vorjährige Programm berichtete) als Zeichen- und Hülfslehrer von dem Königlichen Gymnaſium zu Münſtereifel an die hieſige Anſtalt verſetzt, bei der Eröffnung des Schuljahres in ſeine neue amtliche Stellung eingeführt wurde. Am folgenden Tage vereinigten ſich die Lehrer und einige Freunde der Anſtalt zu einem freundſchaftlichen Abendeſſen.
Am 17. April d. J. waren 25 Jahre der amtlichen Lehrerthätigkeit des Herrn Profeſſors Dr. Schirlitz verfloſſen. Obwol nun derſelbe dieſen für ihn bedeutungsvollen Tag nur in dem engeren Kreiſe ſeiner Familie und in gemüthlicher Stille zu begehen gedachte, ſo konnte das Lehrercollegium es ſich doch nicht verſagen, demſelben zu ſeiner 25jährigen Jubel⸗ feier ihre herzlichſten Glückwünſche darzubringen und eine Gabe der Freundſchaft und Liebe zu bleibender Erinne⸗ rung beizufügen. Auch die Schüler fühlten ſich gedrungen, dem theuren Lehrer durch Abgeordnete aus allen Claſſen ihre Anhänglichkeit und Theilnahme auszuſprechen und dieſe durch Ueberreichung eines paſſenden Feſtgeſchenkes an den Tag zu legen.
Mit Vergnügen kommt der Unterzeichnete ferner an dieſer Stelle der ihm obliegenden Verpflichtung nach, der Gra⸗ tificationen und Remunerationen mit gebührender Dankbarkeit zu gedenken, welche dem Lehrercollegium in dem Geſammt⸗ betrage von 325 Thalern Seitens der hohen Königlichen Behörden im Laufe des Schuljahres zuerkannt worden ſind.
Gern nahm die Anſtalt die Veranlaſſung wahr, ihren Schülern durch Theilnahme an den, auf Betrieb des Vereins für Geſchichte und Alterthumskunde hierſelbſt, am 4. Juni d. J. in dem benachbarten Lützellinder Walde unternommenen Ausgrabungen, Gelegenheit zu geben, ihre Kenntniſſe des Alterthumes mittelſt eigener Anſchauung zu erweitern und zu beleben.
Schließlich iſt die Anweſenheit des Königlichen Commiſſarius Herrn Regierungs⸗ und Schulrathes Dr. Land⸗ fermann zu erwähnen, welcher am 24. Juli den Unterrichtsſtunden einzelner Claſſen beiwohnte und am folgenden Tage die mündliche Abiturientenprüfung abhielt. Sämmtlichen Geprüften(vgl. S. 16) wurde das Zeugniß der Reife zuerkannt.— Auch einem früheren Zögling der Anſtalt, Friedrich Groos von Stralß⸗Ebersbach, im Herzog⸗ thum Naſſau, welcher, gegenwärtig Mitglied der Prima des vaterländiſchen Gymnaſiums zu Weilburg, der Maturitäts⸗ prüfung ſich angeſchloſſen hatte, konnte das Zeugniß der Reife ertheilt werden.
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Dritter Abſchnitt. Statiſtiſche Ueberſicht.
A. Lehrereollegium. Das Lehrercollegium hat während des verfloſſenen Schuljahres keine Veränderung erfahren. Die dem geſammten
Lehrerperſonale angehörenden Mitglieder ſind in dem erſten Abſchnitte an den betreffenden Stellen namentlich aufge⸗ führt worden.


