Jahrgang 
1842
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Griechiſche(zur Einübung der Formenlehre und Syntarregeln, zu Hauſe von dem Lehrer corrigirt und in der Schule weiter beſprochen). 1 St. Kleine. III. Deutſch, 2 St. 1) Literaturgeſchichte, nach Koberſtein(und Piſchon), vom Anfang bis zum 15. Jahrhundert, 1 St. 2) Praktiſche Uebungen. a) Freie Vorträge über hiſtoriſche oder literariſche Stoffe, abwechſelnd mit Declamiren einzelner Muſterſtücke; b) im Winterhalbj. ſtatt der letzteren Uebung Lectüre des Nibelungenliedes, Strophe 1 bis 571 der Lachmann'ſchen Ausgabe. 3) Monatliche Aufſätze(von dem Lehrer zu Hauſe corrigirt und in der Claſſe beſprochen), 1 St. Kleine. Die bearbeiteten Aufgaben waren: 1) Vergleichung zwiſchen Solon und Lykurgos. 2) Welchen ſittlichen Einfluß übt auf uns die Pflege der ſchönen Künſte? 3) Kurze Inhaltsan⸗ gabe des(eben in der griechiſchen Lectüre beendeten) Platoniſchen Dialogs Kriton. 4) Warum werden Freundſchaften in der Jugend um ſo vieles leichter geſchloſſen als im Alter? 5) Manches können wir nicht verſtehen: Lebt nur fort, es wird ſchon gehen.(Göthe.) 6) War des Auguſtus Alleinherrſchaft ein Glück oder ein Unglück für Rom? 7) Wäre ein beſtändiges Glüͤck für den Menſchen zu wünſchen? Oder: über den wohlthätigen Einfluß der Widerwärtigkeiten und Leiden im menſchlichen Leben. 8) Inhaltsangabe der Platoniſchen Apologie des Sokrates(in der griechiſchen Lectüre eben beendigt). 9) Die Hoffnung und Erinnerung ſind Roſen von einem Stamme mit der Wirklichkeit, nur ohne Dornen. (Grillparzer.) 10) Sie thäten gern große Männer verehren, wenn dieſe nur auch zugleich Lumpe wären!(Goethe.) 11) Hat die Erfindung der Buchdruckerkunſt auch ihre Nachtheile gehabt, und welche? 12) Von der kindlichen Liebe. IV. Franzöſiſch, 2 St. 1) Lectüre: a) im Winterhalbj. La Henriade, die drei erſten Geſänge; b) im Sommerhalbj. Charles XII., die beiden erſten Bücher, mit Phraſenlernen. 2) Grammatik und praktiſche Uebungen: Nach einer Repe⸗ tition der regelmäßigen und unregelmäßigen Verba, die Hauptregeln von dem Gebrauche der Zeiten und Modi, ſowie der Syntax überhaupt, nach Hirzel⸗Orell, mit angemeſſener mündlicher und ſchriftlicher Ueberſetzung der Uebungsſtücke (als häusliche Exercitien); außerdem ertemporäre Exercitien und Sprechübungen, an die Anekdoten der Grammatik ange⸗ knüpft. Graff. V. Hebräiſch, 2 St. 1) Lectüre: Genes. 3. 6. 7. 8. 22. 37. 40. 41. 42. Exod. 1. 2. 1 Sam. 17. 19. 24. 1 Reg. 3. 5. 10. 21. Psalm, 8. 19. 29. 72. 2) Grammatik: Repetition der Verba; darauf das Nomen mit den Haupttheilen der Syntarx, nach dem Uebungsbuche des Lehrers und der Grammatik von Geſenius; Wör⸗ terlenen. Graff.

B. Wiſſenſchaften, 13 Stunden. I. Religionslehre, 2 St.(mit Secunda verbunden): 1) Einleitung in die h. Schriften des A. und N. Bundes(begonnen und beendet). 2) In jedem Semeſter ein Religions⸗Auſſatz. Schirlitz. II. Geſchichte, 3 St.(mit Secunda vereinigt): Nach einer Ueberſicht der Perioden der allgemeinen Weltgeſchichte, die alte Geſchichte(der Griechen und Römer), von Alexander d. Gr. an, nach des Lehrers Compendium und Atlas, beendigt, und die mittlere nach Pütz's Grundriß bis zum 4. Zeitraume(Ende des Zeitalters der Kreuz⸗ züge) fortgeführt, mit Berückſichtigung der Geographie und monatlichen Repetitionen. Graff. III. Mathe⸗ matik, 4 St. 1) Algebra, nach Grunert's Lehrbuch für die obern Claſſen, I. Theil, Cap. 4. 11. 12. 18. nebſt vielen Uebungen, 2 St. 2) Stereometrie, nach demſelben Lehrbuch ꝛc. II. Theil, 2 St. 3) Fortwährend Uebungen in der geome⸗ triſchen Analyſis. Lambert. IV. Phyſik, 2 St. Statik, Hydroſtatik und Aöroſtatik(angefangen), nach Schmidt's Handbuch, Abſchn. 3. 4. 5. Lambert. V. Philoſophiſche Propädeutik, 2 St. Pſychologie beendet, Leni begonnen. Schirlitz.

Secunda.

Ordinarius: Oberlehrer Graff mit 15 wöchentlichen Lehrſtunden.

A. Sprachen, 22 Stunden. I. Lateiniſch, 10 St. 1) Lectüre, 7 St. a) Proſa, 4 St. Cic. oratt. pro Roscio Amerino, pro lege Manilia, 2 St. Kleine. Liv. Lib. WV. und Sallust. Bellum Catilinar. 2 St. Schirlitz. b) Poeſte, 3 St. Virg. Aen. Lib. III und V. Graff. Metriſche Uebungen, nach Friedemann's Anleitung(Diſtichen), im Winterhalbi. Axt; allgemeine Ueberſicht der Metrik(nach Zumpt), mit praktiſchen Einübungen, im Sommerhalbi. Hantſchke. Uebrigens Memoriren angemeſſener Stellen in Proſa und Poeſie. 2) Praktiſche Uebungen, 3 St. a) Grammatik, nach Zumpt: die Syntar, 1 St. b) Wöchentliche(häuslich⸗ſchriftliche) Erercitien, aus Süpfle's Auf⸗ gaben ꝛc. 2. Theil, nebſt Correctur, der erforderlichen Beſprechung darüber und mündlichen Ueberſetzungen, 1 St. c) Er⸗ temporalien, meiſtens nach geleſenen Stücken aus Cicero's Reden, und von Zeit zu Zeit kleine freie Ausarbeitungen,