Jahrgang 
1837
Einzelbild herunterladen

28

angemessener Weise in Kenntniſs gesetzt und besonders diejenigen, welche zu den Universitätsstudien weder die enforderlichen Anlagen, noch die erforderlichen Mittel besitzen, frühzeitig vor der weitern Verfolgung einer Lauf- bahn gewarnt werden, auf welcher ihnen unter den obwaltenden Umständen Gefahr droht, ihr Ziel zu verfehlen. Besonders soll bei der Versetzung der Schüler aus Tertia nach Sccunda,welche auf die Wahl ihres künftigen Lebenslaufes einen entscheidenden Einflufs zu üben pflegt, mit gröfster Vorsicht lund Strenge verfahren werden u. s. w. 5 4 3

2. Vom 4. Nov. Der Director wird ermächtigt, denjenigen Schülern, welche durch ein älterliches oder vormundliches Zeugniſs beweisen, daſs sie sich keinem Universitätsstudium widmen, daher auch keine Universi- tät beziehen sollen, Dispensation vom Erlernen des Griechischen zu ertheilen.

. 3. Vom 29. Nov. Nach hoher Verfügung des Kön. Ministerium soll in der Rheinprovinz der Katechume- nenunterricht in den Gymnasialstädten von allen evangelischen Geistlichen an zwei, jedesmal für die Dauer des ganzen Schuljahres vorher fest zu bestimmenden, Wochentagen, Vormittags von 11 12 Uhr, ertheilt werden.

4. Vom 30. Mäarz 1837. Diejenigen Schüler, welche sich der Bauwissenschaft widmen wollen, werden vor Vernachlässigung der griechischen Sprache gewarnt, und sollen keine Dispensation erhalten, wenn sie auch ein Zeugnifs vorlegen, dafs sie zu Facnltätsstudien nicht bestimmt seyen. 3

5. Vom 5. Jul. Die Heröbstferien sollen diefsmal vom 16. September bis uf den 23. October statt finden. Eine allgemeine Bestimmung wegen Regulirung der Ferien bei den rheinländischen Gymnasien wird später erlas- sen werden. 4

6. Von einem Königl. hohen Ministerium ist untem 27. Febr. der Oberlehrer Dr. Schirlitz und unterm 26. April der Oberlehrer Dr. Art zum Professor, ferner unterm 30 Jun. Dr. Fritsch zum Oberleärer ernannt worden.

III. Chroni kK.

Das neue Schuljahr wurde am 11. October v. J. in gewohnter Weise eröffnet.

Eines ungestörten Gesundheitszustandes seiner Lehrer hat sich die Anstalt auch in diesem Jahre so wenig wie in dem letztverflossenen zu erfreuen gehabt. Professor Axt fühlte sich den gröfsten Theil des Sommerse- mesters hindurch ausser Stande, den ihm obliegenden Unterricht zu ertheilen, und erhielt darum im Monat Juli Urlaub zu einer Badereise, von welcher er seit Kurzem bedeutend gestärkt nnd mit der frohen Hoffnung zu- rückgekehrt ist, im neuen Cursus rüstig wieder eintreten zu können. Auch der Lehrer Herr und der Oberleh- rer Lambert kränkelten zeitweise. Die entstandenen Lücken wurden nach Möglichkeit ausgefüllt, namentlich in der zweiten Hälfte des Sommers beinahe vollständig durch Aushülfe des Directors und der Oberlehrer Graff, Lambert, Dr. Schirlitz und Dr. Fritsch.

Mit Anfang des Sommersemesters trat der Schulamtscandidat Grimmel aus Kreuznach am hiesigen Gym- nasium sein Probejahr an und erhielt Lectionen in Quarta und Quinta.

Der dritte August, der Geburtstag unsers Königs, wurde durch einen zahlreich besuchten Schulactus im groſsen Saale gefeiert. Es declamirten: der Quartaner Iilh. Horn aus Laasphe: Das Vaterunser, von Mahlmann; der Tertianer Hugo Krebs von hier: der grofse Kurfürst, von Wagner; der Quintaner Justus Brauncch von hier: Teutsches Wesen, von Schmidt von Lübeck; der Secundaner Otimar Wagner aus Werdorf: Hymne auf Friedrich IT. von Schubart. Der Primaner Friedrich Brauneck von hier hielt eine Rede über das Thema: warum verweilen wir so gern mit Bewundrung bei dem Leben und Wirken Friedrichs des Grofsen? Endlich schlofs der Oberleh- rer Dr. Fritsch mit einem Vortrage über die Nothwendigkeit einer möglichst concentrischen Verbindung der häus- lichen und öffentlichen Erziehung mit den Bestrebungen der Schule. 3