Jahrgang 
1899
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II. Nerfügungen des ℳœl. Provinz=ial-Schulkollegiums von allgemeiner Zedeutung.

1. Coblenz, den 29. März 1898. Der Herr Finanzminister hat unterm 21. Februar 1898 bestimmt, dass die Bewerber um Aufnahme als Supernummerare bei der Verwaltung der indirek- ten Steuern von der Ablegung einer Vorprüfung befreit werden, wenn sie auf einer höheren Schule mit neunjährigem Lehrgang die Abgangsprüfung bestanden haben.

2. Coblenz, den 10. Dezember 1898. Die Weglassung der Rangnummern auf den Schülerzeugnissen wird gestattet.

3. Coblenz, den 19. Januar 1899. Die Ferienordnung wird für das am 13. April d. J. beginnende Schuljahr 1899/1900 festgesetzt wie folgt:

Schluss des Unterrichts: Anfang des Unterrichts: 1. Pfingstferien: Freitag, den 19. Mai. Donnerstag, den 25. Mai. 2. Herbstferien: Dienstag, den 15. August. Mittwoch, den 20. September. 3. Weihnachtsferien: Mittwoch den 20. Dezember. Donnerstag, den 4. Januar 1900. 4. Osterferien: Mittwoch, den 4. April 1900. Donnerstag, den 26. April 1900.

III. Zur Gesckichte des Gvymnasiunss.

Das Schuljahr ward am 21. April 1898 eröffnet. Die Pfingstferien dauerten vom 28. Mai bis zum 1. Juni einschliesslich, die Herbstferien vom 12. August bis zum 15. September, die Weih- nachtsferien vom 21. Dezember 1898 bis zum 3. Januar 1899.

Mit dem Anfang des Schuljahres wurde die durch den Tod des Professors Dr. Glaser er- ledigte Oberlehrerstelle(Siehe Bericht des Schuljahrs 1897/98) durch den Oberlehrer Walther We- ber vom Progymnasium zu Wipperfürth neu besetzt; zu gleicher Zeit ward der Kandidat des höheren Schulamts Dr. Leo Weber, bis dahin am Gymnasium zu Elberfeld beschäftigt, zur Ver- waltung einer ausseretatsmässigen Hilfslehrerstelle der hiesigen Anstalt überwiesen. Der Kandi- dat L. Seher fand an dem Progymnasium zu St. Wendel neue Beschäftigung.

Im Monat Mai war der Oberlehrer Weber auf drei Tage beurlaubt, der Oberjehrer Dr. Wenzel auf einen Tag durch Krankheit verhindert Unterricht zu erteilen. Vom 2. Juli ab war der Hilfslehrer Dr. Weber auf 14 Tage zu einer Landwehrübung abberufen.

Am 22. Juli führten sämtliche Klassen unter der Leitung ihrer Ordinarien einen Ausflug nach verschiedenen Orten aus.

Am 30. Juli starb des Reiches erster Kanzler, der Fürst Otto von Bismarck. Dieses Er- eignisses gedachte der Direktor bei der Morgenandacht am 1. August, indem er auf die Verdienste des Verewigten binwies und auf das leuchtende Vorbild echter deutscher Kraft und Treue, welches er dem Volke und insbesondere der Jugend gewesen war und bleiben wird.