27 3. Uebersicht der Unterrichtsgegenstände in dem Schuljahre Ostern 1886/87.
Prima.
Ordinarius: Professor Dr. Fehrs.
1) Religionslehre: a. Evangel. Rel.: 2 St. Lectüre des Römerbriefes Cap. 1— 8. Glau- benslehre in ibren Hauptmomenten nach Hollenberg. Wiederholung der Hauptepochen der Kirchen- geschichte und der Kirchenlieder. Gymn.-L. Dr. Todt. b. Kathol. Rel.: 2 St. Im Sommer: Wiederholung aus der Glaubenslehre; Vervollständigung des vorigen Pensums aus der Sittenlehre und Kirchengeschichte. Kaplan Kockelmann. Im Winter: Kirchengeschichte mit besonderer Rücksicht auf die ersten christlichen Zeiten. Einzelnes aus der Sittenlehre. Kaplan Dr. Ott.
2) Deutsch: 3 St. Lektüre: Abschnitte aus Worbs Lesebuche, Lessing, über das Epigramm; Schiller, über naive und sentimentale Dicheung; Göthes Egmont. Einiges aus der philosophischen Propädeutik in Verbindung mit der Tbeorie des Aufsatzes. Todt.
Aufsätze: 1. Mit welchem Rechte nennt Klopstock die Freude Schwester der Menschlichkeit? 2. Ge- dankengang in Lessings Laokoon. 3. Das Epigramm von Logau:„Ein versöhnter Feind, ein erkaufter Freund sind zu einer Brücke ungeschickte Stücke“ erläutert und historisch beleuchtet. 4. a) Ist der in voriger Arbeit behandelte Ausspruch Logaus ein Epigramm in Lessings Sinne? b) Pflanze, Thier und Mensch verglichen, namentlich in Be- ziehung auf das seelische Leben.(Clausurarbeit) 5. Maior sum, quam cui possit fortuna nocere. 6. Streit und Zank. 7. a) Lessing als Grenzscheider in der Litteratur, dargestellt aus seinen dem Verfasser bekannten Schriften.
(Abiturienten-Prüfungsaufsatz.) b) Eventus stultorum magister.(Liv. XXII 39.) 8. Charakter Egmonts im gleich- namigen Trauerspiele von Göthe.
3) Lateinisch: 8 St. Cicero pro Milone, Tusculan. disput. lib. I. Auswahl aus Tacitus An- nalen Buch 1 und 2. Horatius Oden 3 und 4. Auswahl aus den Episteln. Uebung im Latein- sprechen. Grammatik nach Meiring. Wöchentlich ein Exercitium im Anschluss an die Lektüre oder ein Extemporale. Oberlehrer Dr. Hänisch.
Aufsätze: 1. Quae consilia Aedui de Romanis secuti sint bello Gallico. 2. Treverorum inter Gallos virtutis opinionem non sine causa singularem fuisse Caesaris commentariis demonstratur. 3. Solonis dictum neminem ante mortem esse beatum exemplis e Graecorum et Romanorum historia repetitis demonstratur(Clausurarbeit). 4. Quomodo factum est, ut differret de nece Clodii Ciceronis narratio ab Asconio. 5. Quibus signis argumentisque Cicero Clodium, non Milonem insidiatum esse probaverit. 6. Quibus de causis Caesar supplicium de Catilinariis non esse sumendum decreverit. 7. Quattuor illae res, quas Cicero(de imp. Pomp. 28) in summo imperatore inesse oportere existimat, summae fuerunt in Caesare. 7 a. Bellone an pace clariores fuerint Athenienses.(Abiturienten- Prüfungsaufsatz.) 8. Augusti vita apud prudentes varie extollebatur arguebaturve.(Tac. Aun. I. 9. 10.)
4) Griechisch: 6 St. Im Sommer: Thucydides II, 1—68 III, 1— 41 in 4 Wochenstunden; im Winter: Sophocles Antigone, dann Platos Apologie und Phaeton cap. 1— 14 und Schluss in 4 St. Daneben das ganze Jahr hindurch 1 St. Homers Ilias XIX— XXII, I—IV. Grammatik nach Cur- tius und Extemporalien 1 St. Im Sommer: Director Pertz. Im Winter: Oberlehrer Dr. Glaser.
5) Französisch: 2 St. Guizot, histoire de Charles I(Schwalb); Corneille, Horace. Gram- matische Wiederholungen gelegentlich der alle 3 Wochen in einer Stunde geschriebenen Extempo- ralien. Im Sommer: Pertz, im Winter: Gymn.-Lehrer Dr. Spies.
6) Hebräisch: 2 St. Grammatik nach Gesenius; ausgewählte historische Stücke und Psal- men. Todt.
7) Geschichte: 3 St. Geschichte des Mittelalters. Repetition der alten Geschichte. Wieder- holungen aus der Geographie. Glaser.
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