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II. Lehrmittel der Schule.
I. Gymnasial-Bibliothek.
2 Zur Geschichte der Gymnasialbibliothek mag Folgendes hier mitgetheilt werden:
Aus dem Exjesuitenfonds wurde die nicht unansehnliche Bibliothek der Jesuiten der im Jahre 1808 errichteten Rechtsschule zugewendet und mit der sogen. Cameralbibliothek vereinigt. Die letztere war aus der Handbibliothek eines in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts verstorbenen ehemaligen Kammergerichtsassessors von Brandt entstanden, welcher seine Büchersammlung dem Reichskammergericht als Geschenk hinterlassen hatte. Aus der so entstandenen Bibliothek der Rechtsschule wurden, wie der Fürst Primas im Jahre 1809 verordnet, den Lehrern des neuerrichteten Gymnasiums Bücher nach Massgabe der Bibliothekenordnung gegen Scheine zum Gebrauche abgegeben. Nach Aufhebung der Rechtsschule im Jahre 1816 wurde durch eine Cabinetsordre vom 24. September bestimmt: was von der Bibliothek für das Gymnasium zu Wetzlar brauchbar ist, soll dieses erhalten, die übrigen für eine Universität brauchbaren Werke aber sollen der Bibliothek der zu stiftenden Universität zu Theil werden. In Folge dieser Bestimmung wurde eine Theilung vorgenommen und der werthvollere Theil der Büchersammlung der Universität zu Bonn überliefert. Einen sehr dunkenswerthen Zuwachs erhielt die Bibliothek durch die Ueberweisung der Büchersammlung des ehemaligen Wetzlarschen Vereins für Geschichte und Alterthumskunde nach dessen Auflösung im Jahre 1852.
Seit ihrem Bestehen sind der Bibliothek von verschiedenen Seiten, namentlich aber von den Hohen Behörden, vielfache und werthvolle Geschenke zugewendet. Sie enthält jetzt ungefähr 7000 Bände und besitzt daneben eine etwa 16000 Nummern umfassende Sammlung von Programmen, welche nach Jahren geordnet mit Hülfe von zwei sehr sorgsam und übersichtlich angefertigten Catalogen, einem chronologisch-alphabetischen und einem systematischen,, zum bequemen Gebrauche zugänglich gemacht sind.
Unter den nach der oben erwähnten Theilung dem Gymnasium verbliebenen Büchern finden sich selbstverständlich nur wenige wichtige und alte Drucke; doch mögen folgende Bücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert hier Erwähnung finden:
1) Biblia sacra latina, fol. 2 Col. von 46—48 Zeilen mit gothischer Schrift, beginnt mit Pro- logus in bibliam, dann Incipit epistola sancti Hieronymi ad Paulinum presbyterum de omnibus divinae historiae libris. Am Schlusse der Apokalypse steht:
Fontibus ex graecis hebraeorum quoque libris Emendata satis et decorata simul
Biblia sum praesens superos ego testor et astra. Est impressa nec in orbe mihi similis.
Singla quaeque loca cum concordantijs extant. Orthographia simul quam bene pressa manet.
M. CCCC.LXXIX.)


