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Räumlickeiten der Turnhalle, der Aula und des früheren Conferenzzimmers in der Directorwohnung untergebracht.
Nachdem der Unterzeichnete, bis dahin Conrector und Oberlehrer am Gymnasium zu Hameln, laut Allerh. Bestallung vom 1. April 1871, von Sr. Maj. dem Kaiser und Könige Allergnädigst zum Gymnasialdirector ernannt war, wurde ihm vom Hohen Ministerium der geistlichen und Unterrichts- Angelegenheiten die Direction des hiesigen Gymnasiums übertragen, und wurde er am 5. Mai durch den Herrn Geheimen Reg.-Rath Dr. Landfermann in sein Amt eingeführt.
Durch Verfügung des Königl. Prov.-Schul-Collegiums vom 7. Juni 1870 wurde dem Dr. Lauer die 3. ordentliche Lehrerstelle übertragen und der Cand. prob. Hessel mit der Versehung der 4. Lehrer- stelle beauftragt.
Nachdem in der Woche vom 3. bis 8. Juli die schriftliche Abiturientenprüfung stattgefunden hatte, wurde die mündliche Prüfung am 28. Juli unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Reg.-Raths Dr. Landfermann als Königl. Commissarius abgehalten.
Der 10. Juli, welcher durch den Wiedereinzug des Rheinischen Jägerbataillons Nr. 8 zu einem Freudenfeste für Stadt und Umgegend wurde, ward den Schülern frei gegeben.
Am 10. August machten die Schüler der oberen Classen unter Führung ihrer Lehrer eine Turnfahrt nach dem Schiffenberge und von dort über Giessen zurück; die Schüler der untern Clas- sen nach Hohensolms.
Das Gymnasium hatte im Laufe des Schuljahres zwei durch den Tod herbeigeführte schmerz- liche Verluste zu beklagen. Der Gesanglehrer der Anstalt, Merstedt, Musikmeister des hiesigen Jägerbataillons, welcher in dem Kriege von Feindes Hand verschont geblieben war, fand seinen Tod durch ein Eisenbahnunglück bei Saarbrücken am 17. September 1870, als er zum Besuch der Sei- nigen in der Heimat auf einer Urlaubsreise begriffen war. Wir beklagen aufrichtig den Tod des um die Anstalt wohlverdienten Lehrers. Kurz vor den Osterferien wurde der Oberprimaner Adolf Bast von hier, ein trefflicher Schüler der Anstalt, nach kurzer Krankheit durch den Tod abgerufen, nachdem er noch wenige Tage zuvor sich bei der Festlichkeit an des Königs Geburtstage durch Decla- mation betheiligt hatte.
Die 7 Schüler der Anstalt, welche bei dem Ausbruche des Krieges im Juli vorigen Jahrs als Freiwillige in die Armee getreten waren(siehe vorigjähr. Progr. S. 18) sind unter Gottes gnädigem Schutze wohlbehalten zu den Ihrigen zurückgekehrt, um nun mit dem blutigen Kriegshandmerke friedlichere Beschäftigungen zu vertauschen.
Das mit dem Gymnasium verbundene Alumnat hatte in diesem Schuljahre während des Winterhalbjahres 9, während des Sommerhalbjahres 7 Zöglinge. Dasselbe steht unter Aufsicht des Directors und befindet sich in dem mittleren Stock desselben Gebäudes, in welchem die Dienst- wohnungen des Directors und des 3. Oberlehrers sich befinden. Diese Einrichtung gewährt den Eltern auswärtiger Schüler Gelegenheit, gegen eine verhältnissmässig sehr geringe Vergütung(160 Thaler jährl. Pension, vierteljährlich vorauszubezahlen; stellt der Zögling sich selber Wäsche und Bett, 140 Thaler; etwaige Kündigung muss ½ Jahr voraus geschehen) auch ausserhalb der Schule das Leben ihrer Söhne einer verständigen Leitung zu übergeben.
Mitglieder des Gymnasial-Verwaltungsraths sind ausser dem Director der Kreisgerichtsrath Westphal und der Oberpfarrer Roebenacke.


