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III. Chronik der Schule.
Mit dem Ablauf des vorhergehenden Schuljahres nahm die proviſoriſche Beſchäftigung des Dr. Kluge, welcher unter den herzlichſten Segenswünſchen ſeiner hieſigen Amtsgenoſſen und Schüler als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer an das Gymnaſium in Elberfeld ging, ihr Ende. Dagegen konnte die Vacanz in der Reihe der ordentlichen Lehrer, welche ſeit dem Abgange des Profeſſor Dr. Schirlitz um Oſtern 1860 beſtanden hatte, ausgefüllt werden und wurde der Dr. Behrns, bis dahin Gymnaſiallehrer am Gymnaſium in Hamm, als dritter Gymnaſiallehrer an das hieſige Gymnaſium berufen und am 8. October eingeführt.
Am 14. Februar um 11 Uhr wurde die geſammte Anſtalt in der Aula verſammelt, wo eine Vor⸗ bereitung auf die folgenden Tags ſtattfindende kirchliche Feier des hundertjährigen Gedenktages des Huberts⸗ burger Friedens ſtattfand. Der Gymnaſiallehrer Dr. Hoche entwickelte in einem längeren Vortrage die große Bedeutung des ſiebenjährigen Krieges für Preußen und ſchloß einen kurzen Hinblick auf die glorreiche Erhebung der Nation im Jahre 1813 daran an. Folgenden Tags wohnte die geſammte Anſtalt der kirchlichen Feier bei.
Am 17. März wurde die Erlaſſung des Aufrufs des Königs Friedrich Wilhelms III.„an mein Volk“ von der Anſtalt und zahlreich verſammeltem Publikum gefeiert. Mit patriotiſchen Geſängen wechſelten Reden; die Feſtrede hielt der Oberlehrer Dr. Gerhard, der, nachdem der Primaner Metz die Bedeutung des Frei⸗ herrn vom und zum Stein und des Generals Yorck von Wartenburg für die Befreiung des Vaterlandes ge— ſchildert hatte, in großen Zügen ein Bild jener großen Zeit entwarf, in der das Vaterland ſeine Freiheit und Selbſtſtändigkeit wieder errang.
Da der Geburtstag Sr. Majeſtät des Königs auf einen Sonntag fiel, ſo wurde am 21. März eine öffentliche Vorfeier deſſelben begangen. Bei derſelben wechſelten vaterländiſche Geſänge mit Declamationen und einer Rede, in welcher der Director die außerordentliche Schwierigkeit der Verhältniſſe, unter denen König Wilhelm den Thron Preußen's beſtiegen habe, darzuſtellen ſuchte.
In dieſem Jahre hatte die Anſtalt zweimal Abiturienten⸗Prüfung unter Vorſitz des Geheimen Regie⸗ rungsraths Dr. Landfermann zu halten. Im Oſtertermin erhielten das Zeugniß der Reife Joh. Elſer⸗ mann aus Wetzlar, Friedr. Schonebohm aus Lützellinden, Kr. Wetzlar, und der Externe H. Braſſe aus Siegen. Bei der feierlichen Entlaſſung derſelben am 31. März zeigte der Primaner P. Prahl in der Vale⸗ dictionsrede: Quam insiguis fuerit amor patriae in gentibus antiquls, der Abiturient Fr. Schonebohm in der Abſchiedsrede:„Welchen Einfluß die politiſchen Verhältniſſe auf die Blüthe der deutſchen Literatur im Mittelalter gehabt haben“.— Im Herbſttermine fand die Prüfung am 14. Aug, ſtatt, und wurden geprüft
1) H. Rinn aus Neukirchen, Kr. Wetzlar,
2) P. Prahl aus Wetzlar,
3) C. Metz aus Sobernheim,
4) W Nagel aus Baumholder,
5) L. Schmölder aus Oeſtrich.
Den drei erſtgenannten wurde die mündliche Prüfung erlaſſen. Alle erhielten das Zeugniß der Reife.
Leider ſah ſich das Lehrer⸗Collegium genöthigt, vier Schüler wegen wiederholter Uebertretung von Schulgeſetzen aus der Anſtalt zu entfernen.
Im Alumnat befanden ſich neun Zöglinge.
Um Oſtern erhielt der Gymnaſiallehrer Dr. Hoche eine Berufung in die dritte Oberlehrerſtelle am Gymnaſium in Weſel, und ſcheidet derſelbe mit dem Ende des gegenwärtigen Schuljahres von unſerer Anſialt, an der er 4 ½ Jahre erfolgreich gewirkt hat. Dagegen wird der Di. Häniſch, Lehrer am Progymnaſium zu Demmin, mit dem Beginn des nächſten Schuljahres in das hieſige Lehrer⸗Collegium wieder eintreten.


