Jahrgang 
1857
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treten, ſo daß mit Gottes Hülfe die Aufgabe der Schule in befriedigender Weiſe hat zu Ende geführt werden können. Eine Ergänzung des Lehrercollegiums trat im Anfang des Schuljahrs dadurch ein, daß an die Stelle des Michaelis 1855 in den Ruheſtand getretenen Gymnaſiallehrers Herr der Hülfslehrer Hanſen, welcher ſeit Oſtern 1856 mit gutem Erfolge an der Anſtalt thätig geweſen war, als ordentlicher Lehrer berufen, und für den nach Neuwied berufenen Kaplan Rademacher der Kaplan Querbach zum Reli⸗ gionslehrer für die katholiſchen Schüler unſerer Anſtalt ernannt wurde. Außerdem wirkte noch während des Winterhalbjahrs Dr. Theobald zur Aushülfe in 24 Stunden und wurde dann Oſtern 1857 zu gleichem Zweck an das Gymnaſium zu Saarbrücken berufen.

Am 15. October 1856 wurde der Geburtstag unſeres allergnädigſten Königs und Herrn in der Aula des Gymnaſiums mit Gebet und Geſang gefeiert; die Feſtrede hielt der Oberl. Elſermann.

Vor dem Anfang der Weihnachtsferien, welche vom 23. December 1856 bis zum 3. Januar 1857 dauerten, und am Schluß des Winterhalbjahrs den 6. April wurden in gewohnter feierlicher Weiſe Quartalcenſuren an die Schüler vertheilt.

Die Schülerzahl betrug zu Anfang des Schuljahres 133: unter dieſen waren 120 evangeliſche, 13 katholiſche Schüler: 11 in I; 26 in II; 22 in III; 24 in IV; 23 in V; 27 in VI. Im Laufe des Win⸗ terhalbjahrs und zu Oſtern verließen die Anſtalt 10 Schüler; unter dieſen befand ſich der Abiturient

Philipp Donsbach, aus Siegen, 21 J. 5 M. alt, evang. Confeſſion, 2 ½ Jahr Schüler des Gymnaſiums, davon 1 ½ J. in Prima. Er ſtudirt in Bonn Theologie und Philologie.

B. Sommerhalbjahr.

Das Sommerhalbjahr begann am 28. April mit der feierlichen Einführung des Unterz. durch den Regierungs⸗ und Schulrath Dr. Landfermann. Vormitt. 9 Uhr hatte ſich außer den Lehrern und Schü⸗ lern der Anſtalt eine zahlreiche Verſammlung in der Aula des Gymnaſiums eingefunden. Die Feier wurde eröffnet mit Choralgeſang und mit einem Gebet des Prof. Dr. Schirlitz, welches ſich an den 23. Pſalm anſchloß. Darauf vollzog der Regierungs⸗ und Schulrath Dr. Landfermann, nachdem er vorher mit ein⸗ dringlichen und gewichtigen Worten die Bedeutung des Gymnaſiums und der Stellung des Directors für daſſelbe hervorgehoben hatte, die feierliche Einführung des Unterzeichneten, welcher dann in der oben abge⸗ druckten Antrittsrede das Weſen und die Aufgabe der höheren Schule für die Erziehung der Jugend auszu⸗ führen verſuchte. Gebet und Choralgeſang beſchloß die Feier. Bei dieſer Gelegenheit kann der Unterz. nicht unterlaſſen, dem früheren prov. Dirigenten Prof. Dr. Kleine auch ſeinerſeits, wie dies von dem Regierungs⸗ und Schulrath Dr. Landfermann an demſelben Tage in der verſammelten Lehrerconferenz geſchah, ſeinen Dank und ſeine Anerkennung auszuſprechen für die Pünktlichkeit und Gewiſſenhaftigkeit, mit welcher derſelbe bis dahin die ihm übertragene Verwaltung der Anſtalt fortgeführt hat.

Nachdem die für den Augenblick unerläßlichen Aenderungen in dem Lehrplan angeordnet waren, begannen die Lectionen des Sommerhalbjahrs am 29. April. Indeß war durch den Ausfall der bisher vom Dr. Theobald ertheilten 8 Plusſtunden, ferner durch Aufhebung der Combination von 1 und II in der Re⸗ ligion und durch die Ergänzung des Religionsunterrichts in V und VI ein Mangel an ausreichenden Lehr⸗ kräften für die Schule hervorgetreten, welchem für den Augenblick dadurch abgeholfen wurde, daß der Maler Stuhl für den Sommer die Leitung des Zeichen⸗ und Schreibunterrichts an unſerer Anſtalt übernahm.

In der Mitte Mai wurde in Folge einer Aufforderung des Regierungs⸗ und Schulraths Dr. Land⸗ fermann eine Sammlung für das Melanchthon⸗Denkmal in Wittenberg unter den Schülern veranſtaltet, nachdem Melanchthons Verdienſte um Schule und Kirche vom Unterz. in einer Anſprache gewürdigt waren, und ergab mit den Beiträgen der Lehrer eine Summe von 10 Thlr. 5 Sgr., welche mit den übrigen Bei⸗ trägen aus der Stadt nach Coblenz eingeſendet wurde.