Siegern in den Peichsjugendwettkämpfen die Ehrenurkunden des Reichspräsidenten bezw. des deutschen Peichsausschusses ausgehändigt.
Am 22. 1. 20 wurde des 200. Geburtstages Lessings gedacht. Auch diesmal hörtfen die Schüler im Rundfunk die Darbietungen der amtlichen Lessing-Feier in Berlin.
Ende Januar 1920 wurde in einer Andacht, wie auch im evangelischen Religions- unterricht des 400 jährigen Bestehens von Luther's kleinem Kathechismus gedacht und die Bedeutung dieses Werkes gewürdigt.
Den 15. 2. 29 hielt Herr Dr. W. Sunkel aus Marburg, Vorsitzender der Biologischen Vereinigung für Hessen, der selbst ein halbes Jahr auf einer einsamen Vogelinsel das Leben der Vögel beobachtet hat, einen Lichtbildervortrag über Vogelschutz und Vogelzug.
Die Wandertage waren im Sommer wenig vom Wetter begünstigt, dafür konnten aber die Schüler im Winter an den freien Tagen in ausgiebiger Weise dem Wintersport huldigen.
Mehrfach hatten die Schüler Gelegenheit, guten Theateraufführungen beizuwohnen, So in Wetzlar selbst einer Aufführung von Lessings„Minna von Barnhelm“ des Frankfurter Künstlertheaters für Phein und Main, das vielen Schülern der Oberklassen auch sonst manchen reifen Genuß geboten hat, dann aber im Gießzener Stadttheater u. a. den Aufführungen von Schillers„Don Carlos“, Shakespedares„Richard der Dritte“ und Lessings„Nathan der Weise“.
Am 11. 5. 29 fand eine Besichtigung der optfischen Werke von Leitz durch die Peifeprüflinge statt.
Am letzten Schultag vor den Ferien, den 27. 5. 29, versammelte sich die Schulgemeinde in der Aula, um zunächst Herrn Oberschullehrer Henrich in einem Lichtbildvortrag auf einer Nordlandsreise zu folgen, die er im vergangenen jahr unternommen hat. Darauf folgte die Schlußsfeier. Sie erhielt eine besondere Bedeutung dadurch, daß sie zugleich Abschieds- feier war für den aus dem Amte scheidenden Studienrat Professor Paul Metzkes, der am 27. 2. 29 sein 65. Lebensjahr vollendet hatte und somit nach dem Gesetze der Altersgrenze ausscheiden mufite. Seit dem 1. 4. 15 wirkte er an unserer Schule. Seine Charakter⸗ eigenschaften befähigten ihn im hohen Maße zum Lehrer und Erzieher. Seinen Schülern in ernster Arbeit ein gediegenes Wissen zu vermitteln, darüber hinaus aber sie zu charakter- festen deutschen Jünglingen zu erziehen, darin sah er seine vornehmste Aufgabe. Mit Umsicht und starkem Verantwortungsgefühl wulzte er nach dem Ausscheiden des Direktors die Anstalt zu leiten. Und wenn auch in den schwersten Tagen des Winters 1928/20 die Kräfte aufs äußerste angespannt wurden, Professor Metzkes hielt durch. Eine größzere Feier hatte sich der Scheidende freundlichst verbeten. Trotzdem überraschten ihn die Schüler am Vorabend seines Scheidens aus dem Schuldienst mit einem Fackelzug. Der Unterprimaner Hahn drückte in treffenden Worten dem scheidenden Lehrer und Erzieher den Dank der Schüler dus. In kurzen, schlichten Worten verabschiedete sich in der Morgenfeier Studienrat Metzkes von Lehrern und Schülern. Studienrat Dr. Bürger sprach ihm den Dank der Schule aus und wünschte ihm noch recht lange Jahre beschaulicher Muße.
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